Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 18 (sequence 5)
- Language
- German
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18 Im deutschen Reich itt Ser gleichen Zahl ihre Pflicht getan wie alle anderen. Das Blut der jüdischen Krieger ist ebenso geflossen wie das aller anderen. Viele Tausende jüdischer Familien klagen um den Verlust ihrer Kinder; viele Tausende jüdischer Familien sehnen sich heute nach ihren Söhnen, die die Feinde in der Gefangenschaft zurückhalten. Sie alle sind der sprechendste Beweis gegen die Unwahrheit, gegen die fühllose Grausamkeit jener Statistik, die man nun ins Werk setzt. Soll man sich wundern, daß da in den Herzen der Juden, die dem Kriege Opfer an Menschen gebracht haben, der Haß sich entzündet? Wir wissen auch, daß unsere Gegner als Borwand für ihr Treiben immer und immer wieder auf das Verhalten der Juden Hinweisen, die sich nicht eins zu fühlen scheinen mit den Lebensinteressen des deutschen Volkes. Wiederholt haben wir in diesen Blättern betont, daß wir nicht anstehen auch unsererseits ein derartiges Verhalten aufs schärfste zu tadeln. Handelt es sich um die Interessen des Landes, so gibt es für uns nur Deutsche, und jeder, der sich als Deutscher vergeht, ist für uns tadelnswert, gleichviel, ob er Jude oder Nichtjiche ist. Aber wir haben aus der anderen Seite auch genügend zu erkennen gegeben, daß das Judentum als solches mit diesen Elementen nichts zu tun hat, und daß wir es für unter unserer Würde halten, das offiziell und feierlich zu betonen. Wenn einzelne Juden erklären, daß sie mit der deutschen Gemeinschaft nichts zu tun haben, daß sie das Wohl und Wehe des deutschen Volkes nicht berührt, so sind das Anschauungen, die den unseligen durchaus entgegenlaufen und die den Anschauungen der Masse der deutschen Juden widersprechen. Schon einmal haben wir uns mit den Gedankengängen Georg Hermanns zu befassen gehabt. Wir haben dargelegt; daß wir seine jüdisch-nationalistische Idee auf das allerentschiedeuste ablehnen. Wenn wir uns heute noch einmal kurz mit Hermann beschäftigen, so liegt das daran, weil die „Süddeutschen Monatshefte", deren antisemitische Tendenz immer schärfer hervortritt, in Heft 2 ihres 17. Jahrgangs Auszüge aus den „N a n d b e m e r k u n g e n"*) Georg Hermanns veröffentlichen mit der offensichtlichen Tendenz, das undeutsche Verhalten eines jüdischen Schriftstellers zu charakterisieren. Die Vorbemerkung der Reduktion läßt über diese Absicht keinen Zweifel aufkommen. Georg Her-, mann sagt in diesem Buche vieles, was auch andere, die es sich gewiß gehörig verbitten würden, wenn man sie als schlechte Deutsche bezeichnen wollte, über den Krieg gesagt haben. *) Amn. Berlin 1919, Egon Fleische!.