Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 17 (sequence 4)
- Language
- German
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Zeitschau 17 eine ged eihliche Arbeit im Jnterefsedes Landes geleistet werden könnte. Ein furchtbarer Zwiespalt, der in die Massen hineingetragen wird. Das ist der Kern der Dinge, und daran muß immer und immer wieder erinnert -werden. Aber unsere Gegner können von ihrem Schandtreiben noch nicht ablasien; denn noch hat sich ihre Zeit nicht erfüllt; noch ist. das Maß des Verderbens, das sie bereiten, nicht voll. Und so müssen sie stets nach neuen Quellen Umschau halten, die die Flut des Hasies, die sie ausströmen, speisen. Jetzt haben sie eine Quelle entdeckt, die schon manchmal ihnen ein nützliches Wässerchen gegeben hat, der nun aber ein breiter und langfließender Fluß entströmen soll. Ein geschickter antisemitischer Agitator hat sich mit' der Statistik der Juden im Kriege befaßt und darüber - zu größtem Jubel aller antisemitischen Gesinnungsgenossen eine Schrift verfaßt. Jetzt hat man alles, was man braucht Jetzt hat man Material, das unzählige Hetzartikel, unzählige Hetzreden speist. Jetzt kann man Schwarz aus Weiß Nachweisen, wie herrlich die Juden es verstanden haben, sich zu drücken. Wir haben uns an anderer Stelle der Zeitschrift ausführlich mit dieser Kriegsstatistik befaßt. Hier sei sie nur erwähnt, um zu zeigen, welche Mittel man benutzt, um den Haß zu schüren. Zahlen lassen sich sehr leicht zusammenstellen. Mit nackten Zahlen kann man bekanntlich alles beweisen. Es kommt aber immer darauf an, zu zeigen, wie diese Zahlen zustande gekommen sind. Eine Statistik kann nicht dadurch gebildet werden, daß man schematisch nebeneinander eine Reihe von Ziffern stellt. Es müssen vielmehr auch die gesamten inneren Verhältnisie herangezogen werden, die es bedingen, daß sich die Zahlen aus dieser Seite so und aus jener Seite anders gestaltet haben. Einer derartigen Mühe unterziehen sich selbstverständlich die Antisemiten nicht; denn dann würde auch das Resultat anders, werden, als sie es wünschen. Wie die berüchtigte Judenzählung im Kriegs nur dazu dienen sollte, um dem Antisemitismus eine scheinbar berechtigte Unterlage zu geben, so sind auch die neuerlichen Bemühungen, diese Kriegsstatistik als den Juden ungünstig auszulegen, nichts weiter als eine Sache, die dazu dienen soll, dem recht durchsichtig gewordenen Treiben der Gegner eine neue Hülle zu geben. Wir wissen, daß derartige Veröffentlichungen ihre Wirkung nicht verfehlen werden; wir werden auch die Anwürfe, die Nun kommen werden, ertragen; denn wir wissen, daß mit Lug und Trug gegen uns gearbeitet wird, und daß ein Gebäude, das aus solcher Grundlage sich aufbaut, nicht von Dauer sein kann. Unsere Söhne haben in dem gleichen Umfange und