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Im deutschen Reich · 1920-01-01 · Heft 1 (Januar 1920) · p. 12

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 1 (Januar 1920)
Article
Semi-Imperator
Date
1920-01-01
Page
12 (sequence 3)
Language
German
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iS Im deutsc^n Reich gar kein Hehl machen; hat Erzberger je die ihm so eindeutig vorgehaltene verspätete Taufe und die frühere Beschneidung abzuleugnen gewagt? Deshalb hat er das zuständige heimische Psarrarchiv gegen jede kontrollierende Einsicht sperren lassen."' So unendlich lächerlich und so unglaublich es klingen mag: Der berüchtigte Leipziger Dr. Pudor, der Bannerträger des Pogrom- — oder „Tat"autisemitismus, hat sich, wie er in seinem deutschen Bolks- (un)rat vom 29. Oktober 1919 seiner gläubigen Leserschaft mitteilt, nicht die Mühe verdrießen lassen, wiederholt das Pfarramt von Buttenhansen um Nachforschungen über Erzbergers Stammbaum anzugehen, hat aber „leider" festgestellt, daß bis zur dritten rückliegenden Generation Erzberger judenrein ist. „Ob natürlich," fügt vr. Pudor hinzu, um seinen sensationslüsterne^ Gläubigen nicht jede Hoffnung zu nehmen, „illegitime Blutmischung vorhanden ist, vermag niemand zu sagen, das käme aber dann von der mütterlichen Linie." (!) Den Bogel auf diesem Gebiete schießt aber zweifelsohne das kürzlich („In den Tagen der Befreiung vom jüdischen Bolschewismus, Mai 1919") im Kyffhäuserverlage (Franz Ehers Rachf.), München, erschienene, 288 Seiten starke Buch „Semi-Jmperator" ab, mit dem vielsagenden Untertitel: „Eine genealogisch-raflengeschichtliche Aufklärung zur Warnung für die Zukunft, ein packender Kommentar zu den Semi-Alliancen und niedergothaischen Erkenntnissen im allgemeinen." Nun ist es also heraus, wer an Deutschlands Unglück schuld ist: Der Jude Wilhelm II., ehemaliger Deutscher Kaiser, König von Preußen! — Das Buch, dessen Einband in einem schwarzgeprägten Davidsstern die silberne Kaiserkrone mit roten, hebräischen Schriftzeichen trägt und das als Titelbild eine Photographie des Kaisers in Rednerpose mit der Unterschrift: „S. M. sprecht mit der Hand" bringt, führt tatsächlich den „überzeugenden" Nachweis, daß Wilhelm jüdisches Blut in den Adern hat. Der Verfasser legt unter sorgsamer Verwendung des im Semi-Gotha und Semi-Kürschner enthaltenen Materials ausführlich dar, daß das jüdische Blut Wilhelms II. von seiner Großmutter mütterlicherseits, der Königin Viktoria I. von Großbritannien und Irland, herrühre: „Die englische Königsfamilie stammt vom Volke Israel ab und führt ihren Stammbaum geradezu auf den König David zurück. Königin Viktoria glaubte fest an diesen Ursprung ihres Geschlechts und verwahrte die Dokumente, welche nach ihrer lleberzeugung diese Tatsache beweisen sollten, als Heiligtum." „Daher erhielt auch ihr Enkel, der gegenwärtige Princ os Wales auf ihren besonderen Wunsch den Vornamen David, in Erinnerung an die Abstammung von dem jüdischen Könige David! Er wird auch bei diesem Namen, welcher sich übrigens auch unter den Vornamen des' letztverstorbenen Königs Eduard VII. findet, in der Familie genannt." „Es versteht sich von selbst, daß jüdischerseits alles getan wird, diesen Umstand immer wieder in Erinnerung zu bringen und für sich zunutze zu machen. Sie find ja doch alle — durch König David oder zumindest durch König Salsmomi 8GÖQ „Frauen" >— irgendwie blutsverwandte Bettern."

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