Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 521 (sequence 4)
- Language
- German
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521 Jüdische Rmrdschau der Minoritäten sein. Auf der Hauptversammlnng derselben. Parier M Warschau wurde die glüiche Resolution angenommen. Der Hauptredner, Pros. Grabski aus Lemberg, der als Stellvertreter des in Paris weilenden Dmowski auftrat, erklärte,/die Juden in Polen feien sämtlich Fremde; ihre Zahl müßte von 15 Prozent auf 1 Prozent reduKert werden. „Das fremde Element muß sich nach anderen Heimstätten umsehen, vielleicht wird es ihm dort besser ergehen. Als Grundsatz gilt fortab: Polen den Polen." Der GeneralbvykM der Juden in ganz Polen nach dem Muster von Warschau 1912, und in größtem Stil, unter Beihilfe des Staates müßte durchgeführt werden. — In die neueröffnete Universität Po sen dürfen Juden (Ebenso wie Deutsche) nur.nach Maßgabe ihrer BevMerungszisfer ausgenommen werden. Also eine Prozentnorm nach russischem Muster, aber Ms Grund der Anerkennung der Juden als „besondere Nation". Die Presse verlangt schlankweg den gänzlichen Ausschluß der Juden von der polnischen UniversitA, die ja ein Nationalinstitnt sei, zu dem die fremde jüdische Nationalität keinen Zutritt Haben dürfe. Die Juden mögen sich eine eigene jiddische Nnivevsität gründen. Fm Frühjahr 1918 vor der Immatrikulation hatte der zionistische Bervin jüdischer Studenten in Krakau nichts eiligeres zu tun, — es war kurz vor Ausbruch der ersten Pogrom« — als an den Rektor der Universität die Forderung zu stellen, auf eigens Faust die besondere jüdische Nationalität anzuerkennen. Der 'Rektor bestimmte, daß alle Juden, die sich zur fremden Nationalität bekannten, erst immatrikuliert werden könnten, nachdem alle Studenten polnischer Nationalität, ohne Unterschied der Konfession Platz gefunden haben würden. Worauf die zionistischen Studenten die Forderung zurückzogen. Das geschah noch unter österreichischer Herrschaft, jetzt in Posen unter dem Schutz der Entente, geht nun von selber mit der Verwirklichung der „natürlichen Autonomie" vor. Im neuvereinten Vaterlands bleiben die alten Trennungsgrenzen für die Juden bestehen; aber mit entgegengesetzten Vorzeichen. Während nämlich vordem die EinwMderung von Juden Ms Posen nach Russisch- Polen untersagt war, ist jetzt die Einwanderung Ms dem Hemaligen Königreich Polen nach dem ehemaligen preußischen Teilgebiet untersagt. Man findet nämlich, daß der Zustrom von Juden Ms dem ehemaligen Kongreßpolen nach dem Posenschen die hier beinahe schon erreichte sakramentale Höchstziffer von 1 Prozent ins Wanken bringen könnte. Diese Theorie, nach der ein Land nur 1—Ich Proz. Juden „vertragen" könne, ist neuesten Datums. Ihr Urheber ist Pros. Werner Sombar t, der sie jahrelang in verschiedenen Zeitschriften und daun in seinem dickleibigen Werk „Die Juden und das Wirtschaftsleben/', sowie in einigen kleineren Schriften mit großer Beredsamkeit verfocht. Die Zionisten Deutschlands erblickten hierin eine Förderung ihrer Lehren und machten sich zu begeisterten Vorkämpfern Sombarts, der zu einer Art jüdischem Nationalherligen erhoben wurde. In den Jahren 1911 und 1912 luden Me zionisti- Beachtet die Anzeige des Verlages!