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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 520

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1919-12-01
Page
520 (sequence 3)
Language
German
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520 Im deutschen Reich paar Jude«! mn#efo«taten fefeä? Mein Herr MorgsrMiW erWp», m. ^ueo Äs eine Art FriedenArlnMr, der den Lrstiche» der MitzhelligkLiten zwischen Polen und Juden nachkorsche» und sie beseitigen sollte. Die Juden begrüßten ihn, den Wgesandten Wilsons, als einen Erlöser; in Warschmr predigten die Rabbiner zu seinen Wren, der MeWaS fei gebmrmen; auf bett Strotze« zeigten jüdische Kinder einander staunend den Vertreter Mlfo-ns und bis ihn begleitenden zwei amerikanischen Generale und fragten einander neugierig, welcher aus der Gruppe rigerAich der Meffias wäre . . . Morgentheu brachte auch die Anerkennung der Archen in Holen als gesonderte Nationalität sowie den Schutz der Minoritäten, beides Geschenke an Israel. Die Holen waren mit btefert. beiden Punkten besonders unzufrieden, und Paiberewfli Mont bittere Vorwürfe zu hören, Laß er überdies seinen Freund Wilson veranlaßt habe, einen „Kontrolleur" nach Polen zu senden, der dem Lande ein Sittenzeugnis auszustellen hätte , . . Paderewski ließ alle Bor- Wurfe lächelnd Wer sich ergehen und sagte Rotz: „Wollen sehen . . Die vier oder fünf sog. „Jüdischsn Pretzburesus", die von den neutralen Ländern aus seit Fahren die öffentliche Meinwng der Juden, in. Osteuropa bearbeiteten, fuhren inzwischen fort, verzückte Hymnen auf die FudenpvlW der Entente zu singen. Den Judenftaat in Palästina hatten wirs nun wurden wir im Golus auch noch als Nation wrerkamrß mit der Aussicht, sogar in den Völkerbund aufgerwmmen zu werden. Den Schutz der Minoritäten hatte uns der Kai der Bier garantiert. Wir standen auf dem Gipfel des Tri-- umphs. Blieb nur noch der eine furchtbar hechle, blutige Punkt: die polnischen Judenpogrome, die von der Entente zehn Monate lang mit sichtlichem Wohlwollen geduldet wurden . . . Wer nun erhob sich der Weltenrichter Wilson ln eigener Person und entsandte als Vertreter einen hohen Wnerikmrischen Diplomaten, einen Inden, der als Freund des Zionismus rrnd des Nationalismus bekmmt ist, nach Polen. Wilson wollte einmal nach dem Rechten sehen. „Man sieht, welchen ungeheuren Einfluß das amerikanische Judentum auf seines Mgierung und Gesellschaft hat. . schrieb die Wisch-nationale Wiener „Morgenpost" begeistert. In der Tat, es war vielleicht das erste Mal in der Geschichte, daß das Oberhaupt eines der mächtigsten Staaten der Erbe eine Sonderkommiffron nach einem fernen Lande entsandte, um nachzuforfchen, wie ruck warum den Juden dort blutiges Unrecht widerfuhr. Das eröffnen die glänzendsten Aussichten' für die Zukunft. Wie wirb der Völkerbund die „nationale Autonomie" der Juden überwachen! Wie streng wird er den Schutz der Minoritäten ausüoen... . Ms Juden konnten ruhig schlafen. Nun warten wir Wochen und Wochen auf den Bericht des Herrn Morgenthau. Aber vergebens. And aus Polen, kommen inzwischen Merkwürdige Nachrichten. Kurz nach der Abreise MorgenHaus aus Polen beschloß die natronaldemokratische Partei in' einer großen Versammlung in P o se n, in ihr offizielles Programm' folgenden „wichtigen Hauptpunkt" aufzunehmen: „Kampf auf allen Gebieten gegen dis Juden, als ein schädliches und fiemdes Element." Das soll wohl der praktische Ausdruck für den verheißenen Schutz

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