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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 517

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
Zeitschau
Date
1919-12-01
Page
517 (sequence 6)
Language
German
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Zeitjchau 517 fernen blutdürstigen Gegnern ausliesern. Aber bedingungslos kann er sich auf der anderen Seite auch "nicht der Arbeit des Centralvereins anvertrauen, und so verlangt er, ehe er uns das angeblich in Anspruch genourmene Mandat zur Vertretung des gesamten Judentums in diesem Kampf übertragt, die Beantwortung der Frage, ob wir bereit sind, auch den Ostjuden gegenüber den Grundsatz der jüdischen Solidarität zu achten, mth ob wir mit den Zionisten die Erhaltung der jüdischen Eigenart und der inneren Würde der Judenheit als erstes Gebot anerkennen. Wir wissen zwar nicht, was der erste Teil der Frage mit den Dingen, um die es sich hier allein handelt, zu tun hat, aber die Antwort sei dennoch dem Fragesteller gegeben: Wir wollen nicht bloß gegen die Antisemiten kämpfen, sondern auch/für die Ostjuden eintreten; deshalb sind wir von jeher bereit gewesen und haben diese Bereitwilligkeit durch die Tat bewiesen, in Arbeitsgemeinschaften einzutreten, deren Aufgabe die Fürsorge für - notleidende Ostjuden ist, nicht zuletzt, um die Gefahren zu bannen, die für die übrige Bevölkerung eine Ueberflutnng durch arbeitslose Einwanderer im Gefolge haben könnte. Wir wollen uns von den Zionisten in unserer Arbeit unterstützen kaffen, und wir unterstützen sie, unbeschadet der verschiedenen Weltauffaffung vom Wesen der Judenheit. Diese Erklärung, die wir hier abgeben, ist nicht neu. Wir haben schon oft es betont, den Herren von der zionistischen Partei ist jedoch offenbar diese Erklärung nicht ganz genehm. Wir scheuen uns nicht, sie zu wiederholen, wie wir uns auch nicht gescheut haben, sie in die Tat umzusetzen. Wer wir scheuen uns ebensowenig, zu erklären, daß wir einen tiefen Gegensatz zwischen Ostjuden und Westjuden erkennen. Die Ostjuden haben eine jüdische Nationalität; bei den Westjuden dagegen ist der Angleichnngsprozetz so weit vorgeschritten, daß eine jüdische Nationalität nicht mehr vorhanden ist, daß sie Glieder des Volkes geworden sind, unter dem sie leben. Hier ist die Kluft zwischen uns und den Nationaljuden, und wir haben keinen Grund, von unserer Seite'eine Brücke zu schlagen, die diese Kluft verdeckt. Wir stellen weiter fest: Kampf gegen den Antisemitismus ist nicht unsere einzige Aufgabe; hinzukommtsürunsdieO« g a ui fi eru n g der nativnaldeutschen Juden, dieWiederbelebung des Judentums auf dem Boden der deutschen Kultur. Die Erhaltung jüdischer Werte, die Frage der inneren Würde des Jude n t u ms fteht auch bei unserer Arbeit im Vord er gründe. -Das sind unsere Ziele, und wir sind nicht willens, von

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