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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 516

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
Zeitschau
Date
1919-12-01
Page
516 (sequence 5)
Language
German
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516 ZD deutsches Reich Reventlsw nicht anövißen w«Le». Wir wissen jtb’en» f«llsNu », wohin der We g geht. Daß in sämtlichen Entschließungen 8er Partei eine ansdrückliche Kampfstellung gegen die Sozialdemokratie eingenommen wuüw, hat Herr Revenilrm» im übrigen offensichtlich vergeben. " / Man sollte nun meinen, Laß gegenüber dieser heute wilder als je emporschlagenden Hetze alle Juden einig wären in dem Bestreben, Liefen Feind niederzuwerfen. Es gibt aber leider noch immer innerhalb des Judentums Leute, denen der innere jüdische Parteistreit hoher steht, als das Bestreben, zunächst einmal die äußere Gefahr zu bannen. Es schien eine Zeitlang, als ob die Kreise des deutschen Judentums, die aus innerpolitischen Gründen den Kampf gegen den Antisemitismus als etwas Nebensächliches betrachteten, zum mindesten in diesem Augenblick von der Notwendigkeit eines einheitlichen und starken Auftretens gegenüber dem Antisemitismus überzeugt seien. Nun aber bringt die in München erscheinende zionistische Zeitung „Das jüdische E ch o" in ihrer Nummer vom 7. November einen Leitartikel, der von einer Unkenntnis sondergleichen durchdrungen ist. Die Schamröte steigt einem ins Gesicht, wenn man in einem solchen Artikel Worte liest wie: „Man gewöhne sich endlich daran, den Antisemitismus als das zu erkennen, was er ist, als eine tief menschliche, im Gefühl verankerte Einstellung der Völker, unter denen Juden wohnen". Das hat wirklich noch gefehlt! Wir Juden müssen gerade noch dem Antisemitismus in dieser Argumentation recht geben. Es kommt einem vor, als - ob man seinem Henker selbst das Beil in die Hand geben will. Vernünftige und objektiv denkende Nationaljuden haben von jeher eingesehen, daß auch für sie der Kampf gegen den Antisemitismus eine Lebensuotwendigkeit ist; denn immer mehr haben sie erkennen muffen, daß das Leben der Juden in der Diaspora sine Tatsache ist, mit der gerechnet werden muß. Da aber keine Möglichkeit besteht, weniMens in diesem Augenblick die. Diaspora zu überwinden, so haben die ruhig Denkenden der Nationaljuden die notwendige Folge gezogen und sich zum Kampf gegen die entschlossen, die ihnen das Leben in der Diaspora streitig machen. Staatsbürgerliche Pflichten will auch der Nationaljude ausüben, ebenso sehr, wie er verlangt, daß man ihm die staatsbürgerlichen Rechte gibt. Der Antisemitismus will uns die staatsbürgerlichen Rechte versagen und will uns an der Ausübung der staatsbürgerlichen Pflichten hindern; deshalb hat ihm der Kamps zu gelten. Dieser Erkenntnis kann sich letzten Endes auch der Verfasser des erwähnten Artikels nicht entziehen. Ganz will er sich doch nicht

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