Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Ungarn und die Juden
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 510 (sequence 3)
- Language
- German
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SIS Im deutsches Reich sich Po«aW weder »Mer diesen SMMvr befsud, »och in feiner «mtlicherr Eigerchhast einen Auftrag zur Erm-ordung Tiizas. erteilte. Es ist ein starkes Stück, auf eins vage Amrahme hin das uagarftche Judentum für die Ermordung Tiszas verantwortlich zu machen. Trotzdem es unter den jüdischen Politikern Ungarns viele Gegner Tiszas gab, hätte keiner jemals einen terroristischen Akt gegen ihn gutgeheißen. Karolyis Wschwenkm^ nach links, seine Nachgiebigkeit gegen die Forderungen der Straße, seine schwonkeiche Haltung gegen die Kzmmunisten, denen er schließlich ohne Notwendigkeit auf Grund eines mißverstandenen Ententebesehls die Herrschaft auslieferte — alle Liese Vorgänge vollzogen sich vor der breitesten Oeffentlichkeit. nicht als jüdische Machenschaften, sondern als verhängnisvoller politischer Dilettantismus eines eitlen, geistig beschränkten und völlig unfähigen Staatsoberhauptes christlicher Konfession. Die — jüdischen und nichts irdischen — Finanzmagnaten Ungarns, der ganze jüdische Kauftnannsstand hatte sich selbst den Boden abgegraben, wenn er die wahnwitzige Politik Karolyis unterstützt hätte. Und die Intellektuellen? Es soll nicht geleugnet werden, daß es unter den jüdischen GebiDeten viele, gab, die mit dem verdienstvollen ungarischen WahlrechtSminifter Daszonyi in der fortschreitenden Demokratisierung Ungarns das einzige Mittel zu seiner politischen Gesundung sichen. Gerade diese Anhänger des Liberalismus aller Schattierungen machten die Entgleisungen der Karvlyischen Politik nicht mehr mit. Neben chnen haben die jungen und unreifen Elemente jüdischer Wstcmnmmg, die sich, teils aus Eitelkeit, teils aus ideologischen Gründen ganz dem Radikalismus in die Arme warfen, keinen Anspruch auf den Namen von Politikern. Auch find Leute vom Schlage eines Kun und Szamueli ebensowenig dem Judentum zuzuzählen, wie etwa der frühere Geistliche und spätere Freigeist Hock für den Katholizismus in Anspruch genommen viÄ». Die Macht der Bolksbeauftragten — Juden und Mchtjudeu —> die den engeren Ausschuß der Räteregierung bildeten, wurde durch die eigentliche Sowjetregierung, die in einer Stärke von mehr als 506 Mann aus den Sowjetwahlen hevvorging, stark eingeschränkt. Gerade in den Sowjets saßen aber nur verschwindend wenig Juden. War doch bei den Wahlen in diese Körperschaft den Kaufleuten, aus denen sich die jüdische Bevölkerung Ungarns zum großen Teil zusimmrsnsetzt, das Eide und passive Wahlrecht entzogen worden. Schon dadurch war der Zahl der jüdischen Mitglieder der Sowjets eine Grenze gesetzt. Die jüdischen Bolksbeauftragten selbst haben sich zum Judentum in starken Gegensatz gestellt. Die Kommunstierung der Privatgeschäfte, die in der Weise erfolgte, daß jedes Geschäft unter der Kontrolle zweier fachgewerkschaftlich organisierter Angestellter stand, ferner die Enteignung der Hausbesitzer, die Sozialisierung der Banken, die politische und soziale Entrechtung /des Anwaltsstandes - alle diese Maßnahmen forderten ihre Opfer nicht zum wenigsten in den Kreisen der jüdischen Bevölkerung. Aber auch unter den Todesopfern der Räteregierung befanden sich angesehene jüdische Kaufleute der Provinz, deren einziges Verbrechen darin be-