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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 509

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
Ungarn und die Juden
Date
1919-12-01
Page
509 (sequence 2)
Language
German
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Ungarn uttb die Jude« 6ÜS fche Element inriet den Nationalräten bildete keine Mehrheit, sondern eine Minderheit. Präsident des Nationalrates (und nicht des WMrdnetenhauses, wie es im Artikel heißt) war der ehemalige katholische GsiMche Hock. Er und nicht „der Jude Kmrfi" hielt bei der Ausrufung der ungarischen Republik am 16. Sdwenckex 1918 die RevolutionsrAie. Hock erklärte feierlich: „Jetzt hat die Stunde für die volle Freiheit geschlagen. Die WWürherrschast des Thrones wird gestürzt und die freie, unabhängige Republik soll werden." Er war es, der die Aenderung der Staatsform dann als vollzogen« Tatsache mitkrilte. Während Ksrolyi und Hock der historischen Nationalrätssitzung präsidierten, vierkündete drautzeK vor der Freitreppe des Parlaments der ArbektersüHrer Bokarry! dem Volk die Ausrufung der üngrrischen Republik. Auch dieser Mt vollzog sich also ohne jüdische Intervention. And weiter: Gleich nach Ausbruch der Revolution schloß sich der Budapester Magistrat unter Führung des Vizsbürgsrmristers Harrer (Mchtjude) freiwillig und ohne jeden Druck dem Nationalrat an. Wie stand es nun mit der Polizei und dem Militär die, wenn man den „Konstanzer Nachrichten" Glauben schercken darf, durch jüdische Agitatoren für dis Revolution gewonnen wurden? Tatsache ist, daß die Polizei unter Führung des Stadt» Hauptmanns vr. Dietz (Mchrjude) sich nach vvllZvgeiwM Umsturz der revolutionären Regierung sofort und freiwillig zur Verfügung stellte. And das Militärs Der Befehl zur Wasfe^treckuntz, der den Znstrm» menbruch der österr.-ung. Front in Italien zur Folge hatte, ging von dem Kriegsminister Lindner aus, einem Ungar deutscher Abstammung. In Budapest selbst erschien der steMertretende Kommandant der Mlitärpolizei, Oberstleutnant Walther (Nichtjude) noch in der ersten R-wolutionsnacht beim Nationalrat und gab für die assamts Mili« tärpolizei eine Ergebercheitserklärung ab. "Zahlbofs OMzisve reinster ungarischer Mslammung schlossen sich freiwillig und zum Teil unter begeisterten Kundgebungen an. Will man sie als Opfer Mischer A eberredungskunst hinftellen? Wenn weiterhin behauptet wird, Graf Tisza sch ,H»chrsched» 'ich" von dem Mischen VolkskorrrMiMr Pogany ermordet woÄen, so beruht auch diese Annahme auf Erfindung. Pogany war unter Karolyi Regierungskormnisfär für die Arbeiter- und Soldatenräte, eine Art Verbindungsoffizier zwischen her Regierung und der durch die Revolution geschaffenen «ktonomen Wrperschaft. Daß er in dieser Stellung und später als DolkSkommiflär der Räterepublik zur Entfachungder Leidenschaften viel beitrug, soll nicht in Abrede gestellt werden. Aber mit der Ermordung Tiszas hat Pogany nichts zu tun gehabt. Neuerdings hat die jetzige ungarische Regierung, unter der die von Karolyi niedergeschlagene Untersuchung gegen die Mörder Tiszas wieder ausgenommen wurde, in ihrem Auslieferungsbegkchreu an die deutschösterreichische Regierung Pogany mit dieser Tat in Zusammenhang gebracht. Der Hergang bei der Ermordung war bekanntlich der, daß die Wache vor Tiszas Hause durch eine Volksmenge Werwältigt wurde, worauf einige FrontsoEaten in Begleitung eines Zivilisten in das Haus eindrangen und Tisza nach kurzem",Woriwechsel erschossen. Festgestellt ist bisher worden, daß

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