Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Der Centralverein und die deutschen Juden!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 506 (sequence 3)
- Language
- German
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506 3m deutsche« Aeich These II. .. . These III. Die jMsche Turnerschast 5eb*ettf sich folgender Erziehungs- Mittel: g) gleichmäßige Förderung uiü> Pflege von Turnen und Sport; d) obligatorische Arbeit in Wischer Geschichte und hebräischer Sprache, v) nach Möglichkeit Einführung der hebräischen KonMandosprache >m allen Turnvereinen. Glaubt man wirklich, daß hier der Weg zu positiverer Arbeit gewiesen wird, als wie sie der C. V. leistet? Was positiv ist (III a und fa), ist nicht neu. Was neu ist, ist nicht positiv (III e); denn man wird doch nicht im Ernst glauben, daß fruchtbares Judentum hercmgezogen wird dadurch, daß das ehemalige „Rechtsum" oder „Kehrt" statt in deutscher Sprache nun in hebräischen Lauten den jungen Turnern in die Ohren klingt (nebenbei bemerkt möchte ich die Probe nicht dahin machen, wie viele der jungen Leute diese hebräischen Kommandos auch nur richtig schreiben können). Vom Kleinen zum Größeren' Es wird uns immer zum Vorwurf gemacht, wir arbeiten nur negativ. Ein Verein, dessen Arbeit dahin geht und der es in vielen Einzelfällen, ja auf ganzen Gebieten des wirtschaftlichen und sozialen Lebens auch schon erreicht hat, daß die Grundlagen für das tatsächliche Dasein, für das tägliche Leben, für Arbeit und Tätigkeit der deutschen Juden gesichert, verbessert, teilweise überhaupt erst ermöglicht worden sind, wie dies der C. B. durch seine unermüdliche, nie nachlafsende Kleinarbeit allmählich bewirkt hat, ein solcher Betet« hat in der Tat eminent Positives geleistet. Er hat zunächst einmal die Fundamente für jedes jüdisch« Arbeiten in Deutschland gelegt. Daß er jetzt auch in jüdischen Weltanschauungsfragen nach bestimmter Stellung ringt, sollte dem Kritiker der „Neuen jüdischen'Presse" doch zum mindesten aus den letzten Verhandlungen der Delegiertenversammlung bekannt sein. Wer unsere Zeitschrift regelmäßig liest, ja, wer auch nur einen oder zwei der Aufsätze von Fuchs aus den letzten Jahren aufmerksam gelesen hat, der weiß, daß neben där Abwehrtätigkeit schon seit langem die Schaffung einer positiven jüdischen Weltanschauung in das Arbeitsgebiet des C. B. hineingezogen wird. Restloses wird hier niemals geleistet werden können; denn nichtnationale jüdische Arbeit muß von den religiösen Parteien geleistet werden. Es muß der Gesetzestreue, es muß der Liberale in seinen Organisationen sich seine Wische Heberzeugung bilden und erneuern. Wir im C. B. können nur die ersten Wissensgrundlagen geben, und können nur eine Seite der jüdischen Bewegung beleuchten, den Kampf zwischen Nationaljudentum und denjenigen Juden, welche ihr Judentum als auf gemeinsame Abstammung und Religion begründet auffassen. Warum wir deutschen Juden nicht nationaljüdisch sein wollen und sein können, ist hier so oft dargelegt worden, daß sich eine erneute Auseinandersetzung erübrigt. Gründe der, jüdischen Aeberzeugung, Gründe der' deutschen EczrchnnK Gefühls- und Gewissens-