Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Der Centralverein und die deutschen Juden!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 507 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2316602-2316888-2316899-2356751--30617-2356840- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der ^eniralverenr imi die deutschen Juden SM gründe sprechen dagegen. Warum also stets der törichte Versuch, uns grr überzeugen, Warum öor allern, Die -es irr dem oben erwähnten Artikel wieder versucht istdas Bestreben, die rrationaljüdische Arbeit als „positiv" und „fruchtbar" der unfruchtbaven und sterilen C. B.» Arbeit gegeAMerzusetzLN? Fragen wir uns doch einmal in aller Ruhe: Wo ist das „Positive", was das Natwnaljudentmn bisher geleistet hat? Zugeben will ich Zweierlei: Erstens ein glänzerw aufgsöautes, in anregenden Schriften verfochtenes und auch in vielen ftmgeo jüdischen Gemütern festgewurzeltes theoretisches Lchrgebäude und zweitens die Anbahnung eines pslitischen Erfolgein PMstiüs. Von diesen beiden Erfolgen ist der erste ein rein theoretischer. Es ist erwiesen, 'daß «3 gut« zionistische Schriftsteller, gute zionistische Redner gibt. Bewiesen soll erst werdendaß all« diese zionistischen Theoretiker auch Mit Hrem Leben und Handeln derart für ihre lMerzengung einrreten, wi« dies seit nahezu 30 Fahren in anstrengerwem, unerquicklichem Kampfe die Führer des C. V. getan haben. Bisher ist das Nationaljudentum für die ganz überwiegende Masse der deutschen Zionisten eine hohe geistige Anregung, ed. «ine Aeberzeugung, die Ä schönen Worten ihren Ausdruck findet; die Taten der deutschen Zionisten sollen erst noch kommen! X And nun der zweit« Punkt: Palästina! Da behaupten wohl die Zionisten selbst nichtdaß dieser Erfolg ihrer Arbeit zu verdanken ist; lesen wir es doch in zahlreichen ziörrHischea Artikeln und Zeitschriften, daß ihnen Palästina „in den Schoß gefallen ist", und daß es jetzt erst gilt, es sestzlchalten und anszubauen. Also auch hier, was die Arbeit betrifft, Zukunftsmusik; pssitive Leistungen sollen erst noch kommen. Solange das deutsche Nationaljudentum nichts weiter ist als eine, wie zugegeben werden soll, glanzend «msgebaute Organisation 'der Geister, solange uns die nationaljüdischen Menschen nicht davon überzeugen, daß sie etwas Positives geleistet haben, solange sollen sie aufhörenpositive Erjvltze anderer zu verkleinern und verächtlich zu machen. Im übrigen wissen wir genau, daß die zionistischen Wort« sichrer in diesem Punkte nicht mehr die Massen hinter sich haben. Wir wissen genau, daß, wo wirklich der Antisemitismus den Anden ans Leben geht, der deutsche Jude sich, ob Zionist oder nicht, immer Dieder an den C. B. roemet, feine Erfahrungen, seine Organisation und vor allem seine Männer in Anspruch nimmt,’ um die drohenden Angriffe abzuwehren. " ■ In diesen Blättern ist es lange still gewssen vom Streit gegen das Nationaljudentum. Wir haben Wichtigeres zu tun, und das. Judentum bedarf der Einheit nötiger Äs je. Mögen doch die, die nach innen unsere Gegner, im übrigen aber doch unsere jüdischen Brüder sind, endlich" einmal einsehen, daß auch sie für ihren Tätigkeitsdrang ein besseres Objekt haben als 'den Kampf mit dem C. B. Uns schadet ewnichts, wohl aber dem gesamten Judentum. And eine Partei, die so sehr auf der Einheit der jüdischen Gemeinschaft «nfgebant ist, wie das NatwnaljuderMm. sollte doch für derartige Erwägungen etwas übrig haben!