Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Der Centralverein und die deutschen Juden!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 505 (sequence 2)
- Language
- German
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Der Seattalöerein usife die deutschen Juden 605 Fall tätliches Unrecht bekämpft ichv. Daß der T. B. auch positive Kampf- und Werbemittel angewandt hat, daran fei nur nebenbei chümert; (ich nenne nur die Berufsberatung und das, was der Verein wahrend der Kriegszeit für die jüdische Bildung der Kriegsteilnehmer 4m Felde leistete), aber darauf kommt es ja gar nicht an, denn der Erfolg der C. V.-Arbeit ist ein eminent Positiver gewesen. Blicken wir dmh einmal zurück auf die Gemütsmtd Geistesverfassung der deutschen Juden zu Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Der gegen die religiös PwßtLnteils indifferent gewordene deutsche Judercheit geführte Vorstoß der antisemitischen Bewegung hat die Juden innerlich und äußerlich fast völlig umunberMet gefunden, so daß ein MchsenaEriK oder ab« ein sntnÄMgender Rückfall zum SchntzjudeMa» durch Inanspruchnahme der kaiserlichen Gnade zu sürMen war. Da griffen die Gründer des E. V. ein. Sie brachten dem deutschen Judentum den ersten Zusammenschluß zu gemeinsam« AÄvehr und mit diesem Zusammenschluß das Gefühl lsbücher und sMlischu Stchttheit. Mit diesem Gefuh! d« Sicherheit N in Lieben Lausend«« wird« der Stolz auf ihr Judentum und rmt dies«« Stolz die Schrchrchtz nach innerlicher Durchdringung des Judentums gewerkt worden. Diese Arbeit ist nicht leicht gewesen und konnte naturgemäß nicht schnell vor sich gehen. SBaä Kvej Gersrarionen gesürMK hcMen, war nicht in wenigm Monaten und Jahren auszubcme». Es ist schon viel geschehen, wenn bei der großen Waffe der deutschen Inden, die sich um den C. B. scharen, wenWtens dis zwe»te Stufe dÄ Awnpses um die jüdische Seele errercht ist. Mit dem cmsrechten m6 sich seines Judentums bewußten sog. „Trvtzjuden" fft gewch noch kein JdeaLrld geschaffen. Wer welch ungeheuren Fortschritt bedeutet er gegen die Masse d« jüdischen FndissereW, wie sie in früheren Zeiten als Kr Deutschland typisch angesehen wurde. Gerade das Nationaljudentum sÄllte dafür ein Tugs hccken. T-enn fehsn wir doch einmal näher zu: Wie geht denn die nattonaljüdische Arbeit vor sich? Asch die natisnalMische Masse in Deutschlmck, von einigen Leinen Kreisen der Orthodoxie abgeschew rekrutiert sich Süden Kr«sen rÄigiös« Indifferenz.' Auch die Arbetz um di« Herrmziehmm dies« Seelen fitr Äs neue Mws geht ganz allmählich vor sich. Wir sehen ja, wie äußerlich, man möchte beinahe sagen, wie kindlich diese Arbeit begonnen wird. Wer z. B. die nationaljüdischen Turn- und Sportblätter durchlieft, ersieht mit einem wehmütigen Lächeln, wie viel in diesen Kreisen von der bloßen Durchsjchrung heöräischer Kommandss erwartet wird. Bei der Sitzung dsS erweiterten KveiÄwrstmÄes des deutschen Kreises der Mischen Tvrndereiue wurden im September des Jahres solgende Thesen angenommen: These.!. Di« Mische Turnerschast verlangt von ihren Mitgliedern nicht nur natiMWlMifches Bekenntnis, sondern auch naLi oualjK^che Betätigung, d. h. ccktive Arbeit m d« WiedmgÄburt des jüdischen Volkes und dem Wiederaufbau des jüdischen Landes.