Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Die Grundlage unseres Kampfes!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 503 (sequence 6)
- Language
- German
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Di« Grundlage imjeteä AanchfeSi 503 Wurf erhoben, ihm fehle Nas Positive! In kurzer Zeit wird öffentlich ausdrücklich formuliert werden, welche positiven Forderungen und Werte die Centralvereinstendenzen von jeher in sich bergen. Für den einsichtigen Anhänger bedürfte es besten freilich nicht. Denn was ist im Judentum positiv? Wenn auch die krampfhaften Bemühungen unserer Tage, eine theoretische Grundlage für jenes Judentum zu finden, das einem die Zeitgenosten vovwerfen, ohne daß man es innerlich empfindet, zu schönklingenden Lösungsversuchen geführt haben, den ewigen religiösen Charakter unserer Gemeinschaft haben sie nicht ändern können! Rasten-, Schicksals- und Stammesjudentum sind, ebenso wie ein soziales und nationales, nur Ersatz für das echte, sind allesamt nur relativ, und mögen sie auch noch so geschickt ihre Abstammung zu verbergen versuchen, nur Kinder des Judenhasses, dessen Aehnlichkeit mit seinen Spxößlmgen übrigens zuweilen eine frappante ist. Wird das Judentum von innen heraus gewertet, so 'ist sein positiver Charakter religiös! Ein wesentlicher Bestandteil der Religion ist aber das Recht, und /euer Kampf gegen den Judenhaß, der ein Kampf um das Recht ist, stellt sich somit fraglos als eine Betätigung positiven Judentums dar. Nicht als ob er schlechtweg d a s positive Judentum wäre, mit dem sich der Begriff e r sch ö p f t e! Aber der Kampf ums Recht ist mehr als das Änrennen gegen lokale und zeitliche Hinderniste, als die Verfolgung von mehr oder weniger wichtigen Einzelsällen. Erist ein Ausdruck jüdischen Wollens, wurzelt im jüdischen sittlichen Gesetze, ist positiv jüdisch! Man spricht gar oft, insbesondere, wenn bei festlicher Gelegenheit die Wogen der Begeisterung hochgehen, vom Makkabäergeiste! Der wahre, zwingende Geist jener herrlichen Tage ist aber das Bewußtsein des Rechtskampfes, die Gewißheit, daß Haß Sünde sei, dem mit allen Mitteln und aller Macht auf jeüm nur möglichen sittlichen Wege begegnet werden muß. Wer — unbeschadet der inneren Erziehungsarbeit, deren keine sittliche Gemeinschaft entraten' kann und darf — den Antisemitismus auch nur in seiner kleinsten Aeußerung als berechtigt anerkennt und entschuldigt, der ist den Makkabäern wahrlich nicht geistesverwandt. Der Centralverein wird diese Grundlage nie und nimmer verlaßen dürfen, trotz der offenen und versteckten Angriffe, die ihm gegenüber erhoben werden. Die Zeit ist schwer; von außen her rennen die unübersehbaren Scharen der Feinde an, von innen einen sich in unfruchtbarer Kritik die Vertreter einer anderen jüdischen Weltanschauung mit den Masten jener, die der auflodernde Judenhaß aus ihrer lethargischen Indifferenz ausgeschreckt hat, und denen bei ihrem Erwachen die „an-