Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Die Grundlage unseres Kampfes!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 502 (sequence 5)
- Language
- German
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603 IM deutscher! Reich Wurzelnden feindlichen „Gefühle" ganz von selber. Rußland und Rumänien weisen naturgemäß jene „ewigen" Gefühls auf, die man in übereifrigen jüdischen Kreisen als Zeichen der Unausrottbarkeit des Judenhasses, als Beweis, daß man es mit einem unabänderlichen Fatum zu tun hat, so gern zitiert und als nicht unberechtigt anerkennt. England und Amerika, ebenso wie die nordischen Länder, oder Frankreich und Italien wissen von einer solchen Tiefe des Antisemitismus auch nicht das allergeringste. Es ist nun aber ein mißlich Ding, einem Gegner entgegenzutrcten, von dessen Haß man zu wissen glaubt, daß er ewig ist. Der erhobene Arm sinkt schlaff herab, wenn man als sicher annimmt, daß der Schlag nichts nützen wird. Hätten die Makkabäer gemeint, daß die feindlichen Gefühls der Syrer in deren Natur begründet und daß ihnen wegen ihrer Ewigkeit die Berechtigung nicht abgefprochsn werden könne, wir feierten heute gewiß kein Chünukkahfest, und es gäbe keine Judenheit mehr. Ihrem Streben gab den hinreißenden Schwung die Ueberzeugung, daß das Rechtdie Empfindungswelt meistern könneund müsse, und auch unsere Zeit wird erst dann bessere Erfolge aufzuweisen haben, wenn man im Jud'erchasse wieder eine reine Rechtsfrage erblickt und demgemäß handelt. - Nur dann kann an eine Ueberwindung des Antisemitismus gedacht werden, wenn er eben in unserem Bewußtsein zu einer reinen Rechtsfrage wird. Und das ist keine oberflächliche Auffassung der Erscheinung, sondern die tiefste, dieesgibt! Ist der Judenhaß eine Angelegenheit der Rasse oder des Gefühls, ist er — mit anderen Worten — von Faktoren abhängig, die entweder unabänderlich sind' oder die sich weder geschichtlich noch nach feststehenden psychologischen Gesetzen erfassen und kontrollieren lassen, so ist der Kamps gegen ihn ein Streiten mit Windmühlen, eine schöne Geste, mit der man seine eigene Unbehaglichkeit beruhigen will. Nur wenn man ihn als Unrecht ausfaßt, gewinnt man wegen der — wenn auch vielleicht fernen, aber dennoch vorhandenen — Aussicht seiner Ueberwindung die innere Harmonie, aus der allein zielbewußt und stark vorgegangen werden kann. Die Ueberwindung des Judenhasses bedeutet nicht die Erringung eines Sondervorteils für die Juden, sondern die Durchsetzung eines sittlichen Prinzips. Was gegen den Judenhaß getan wird, geschieht für die Sittlichkeit! Und hier berührt diese Grundlage unseres Kampfes auch eine Frage, die in den Kämpfen des Tages eine. Rolle spielt, freilich ohne daß dazu ein zwingender Grund vorläge. Ost wird nämlich gerade dem Centralvereinsprogramm gegenüber der Vor-