Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Die Grundlage unseres Kampfes!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 501 (sequence 4)
- Language
- German
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D-e ©tmtblage suserrs KamPsM 661 verniKen, so haben sich noch hmner Inden in Scharen gefuN« den, Mi» der Pose des «msrechte« Stolzes und' der Ehrlichkeit Len Judenfeinden den Steigbügel halten. Und wenn sie sich auch gegen die natürliche, logisch ganz unabweisbare Folgerung stemmen, die den Haß gegen die Juden und ihre Errichtung als etwas Berechtigtes predigt, so ist zu bedenken, daß man sich nicht in einen Abgrund stürzen kann, um einen Meter über dem Boden plötzlich in der Luft stehenzubleiben. Es ist ein Zeichen entweder von Dummheit oder von Heuchelei, wenn.man Aeußerungen eines Judenhasses bekämpft, dessen Grundlage» man als ber e ch t i g t a n e r k e n n t! Und es ist natürlich, daß einem jeden, der sich aus den prinzipiellen Standpunkt des Gegners stellt, nicht nur der Glaube an die Sache fehlen, und daß dadurch sein Kamps ein matter und wirkungsloser werden muß, sondern seine Unsicherheit teilt sich auch den anderen mit und lähmt die Kräfte — zum Schaden des Judentums, zur Freude seiner Feinde, die auch mit der Anerkennung für die ihnen in die Hände arbeitenden „guten" Juden keinesweW kargen. Noch schlimmer wird die ^Nnschlüssi^eit ddr Juden, wenn sie ihren Feinden auf das Gebiet des Empfindens folgen und den Judenhaß in gewissen Imponderabilien des Gefühls begründet sein lassen. Wer zugesteht, daß man mangels einer anderen Begründung aus das „Gefühl" der Feinde, auf die bei ihnen 'allgemein herrschende stimmungsmäßige Abneigung gegen Juden und Judentum achten müsse, der begibt sich jeder Möglichkeit einer aussichtsreichen Bekämpfung; denn aus dem schlüpfrigen Boden des Gefühlslebens entgleitet jebe Harchhabe, vermittels deren man überzeugen kann. Es entspricht gewiß der auch ins Judentum eindringenden mystischen Verschwommenheit moderner Denkweise, wenn diese geheimnisvollen Gefühle zum Range oberster Richter im Kulturstreben erhoben werden. Wenn man aber die Abneigung gegen die Juden und die daraus sich ergebende Notwendigkeit, sie im Staatsleben zurückzudrängen und schließlich zu entrechten, mit unausrottbaren, angeborenen oder gar rassenmäßig instinktiv vorhandenen Gefühlen begründet, so sei doch daran erinnert, daß eine wirklich ernste Wissenschaft von seelisch so Lies verwurzelten Empfindungen nichts wissen will. In Wahrheit dürfte es gerade umgekehrt sein! Nicht die Empfindungen sind das Primäre, sondern die Rechtsstellung! Wo das Judentum von Rechts wegen die Rolle der unterdrückten, höchstens geduldeten Minderheitskonfession spielen muß, wo das Recht der Judenheit umstritten ist, herrscht Verachtung. Wo aber der Jude die völlige Rechtsemanzipation erlangt hat, s-Asinden die angeblich fs tiej