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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 499

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
Die Grundlage unseres Kampfes!
Date
1919-12-01
Page
499 (sequence 2)
Language
German
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499 Dis Grundlage unseres Kampfes! wirken bestimmt nicht über die kurze Dauer einer Stunde der Begeisterung hinaus und vermögen nichts von diesem Willen zu erwecken. Nicht geschichtliche Anschauung tut not, sondern Verständnis, nicht Bewunderung der Ahnen, sondern ein Miterleben ihrer Stimmung und ein Erfassen des seelischen Halts, der ihnen Untergrund der großen Tat war. Und ohne lange Forschung enthüllt sich uns der Quell der Makkabäerkrast, der nimmer versiegen konnte. Sie erfüllte ein strahlender, in sich selbst gewisser Glaube an die Sache, für die sie das Schwert zogen. Sie wußten, daß sie nicht in der Zeit und für die Zeit kämpften, sondern daß sie nur gewürdigt waren, an ihrer Stelle einem Höheren, einem Kultur Prinzip zu dienen! Ihnen war der Haß der Feinde etwas schlechthin Böses und Verächtliches, ihnen war die eigene Sache nicht der Steg eines irdischen Volkes mit politischen Forderungen, sondern der Sieg des Rechts! Und weil sie gewiß waren, daß ein höheres Ziel als das absolute, das gleiche Recht für alle nicht denkbar war, darum war der Schlag des Armes voll unwiderstehlicher Wucht, und die Seele war stark. Gewiß hat eine spätere Zeit Rückschläge gebracht; der Kampf für Gott und sein Recht ging nach Erreichung seines ersten großen Zieles über in ein Ringen um politische Macht mit allen niedrigen Mitteln und Leidenschaften, die ein solcher nun einmal gebiert. Wir feiern aber nicht die nachgeborenen Geschlechter der Hasmonäer, die um ihre Hausmacht kämpften, sondern die siegesgewissen, von unwiderstehlicher Kraft erfüllten Helden Gottes, die im sicheren Glauben an die Ewigkeit des Rechts auch die Sicherheit des Erfolges in sich trugen. Man klagt oft, daß unserem Kampfe gegen den Judenhaß der Schwung und die Großzügigkeit fehlen. Man sucht den .Fehler bald-hier, bald dort, und wenn man Mängel in der politischen Organisation entdeckt hat, so glaubt man, den archimedischen Punkt gesunden zu haben, und vertraut, daß sich nun alles wenden und daß eine Aera unerhörter Siege folgen müsse. Die Nützlichkeit und Notwendigkeit einer straffen und lückenlosen Organisation darf gewiß nicht unterschätzt werden. Die Makkabäer, die anfangs allein, aus ihr kindliches Vertrauen zu Gott und ihrer guten Sache gestützt, unbekümmert angrifsen, wurden bald durch empfindliche Verluste über den taktischen Wert einer praktischen Gliederung und Zusammenfassung ihrer Macht belehrt. Aber Organisation ist nicht alles! Sie ist nur Form! Den Inhalt bildet der Geist, der göttliche Geist, durch den nach dem Prophetenworts der Sieg errungen werden soll, der Geist des Rechts! Und ohne die Notwendigkeit einer Erfassung und Eingliederung aller verfügbaren Kräfte als Vorbedingung für die 0

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