Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Die Grundlage unseres Kampfes!
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 498 (sequence 1)
- Language
- German
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498 Im deutschen Reich Von Dz-. Felir Gold mann -Leipzig. Wieder naht das Fest der Makkabäer, und seine eigentümliche Stellung im jüdischen Kalender berührt uns in diesem Jahre ganz besonders. Andere Feiertags rühren die Seele in ihrem sittlichen Fühlen auf, stellen ihr ein Sollen als Aus- - gäbe! Chanukkah bedeutet aber die Ewigkeit der Formen geschichtlichen Lebens und Erlebens. Es stellt das wechselvolle Sein der Zeit, das jedes Geschlecht anders an sich verspürt, unter einen ewigen Gesichtspunkt. Wie einst in der Syrer Tagen ein schwaches Judentum einem gewaltigen Ansturm haßerfüllter Mächte der Zerstörung standhielt, so wiederholte es die Geschichte immer wieder, und die arg bedrängte Judenheit, die nie aus verzweifelter Abwehr und angespannter Wachsamkeit herauskam, erbaute sich in Zeiten besonderen Unglücks stets von neuem an dem leuchtenden Beispiel der Standhaftigkeit und der Treue, das zu ihr aus fernen Tagen sprach. Solch einen Höhepunkt der Not, da die Judenheit der Ausrichtung ganz besonders bedarf, bedeutet das vergangene Jahr. Gewiß ist die Entscheidung nicht mehr wie zu Juda Makkabis Zeiten auf des Messers Schneide gestellt, und nicht mehr handelt es sich um Sein oder Nichtsein. Damals hätte eine Niederlage die Vernichtung des Judentums schlechtweg bedeutet, dessen bewußte Träger in einem. Lande zusammengesetzt lebten. Heute ist die Judenheit zerstreut, und um viele Mittelpunkts scharen sich die Vertreter jüdischer Interessen, die Bürgen für eine jüdische Zukunft! Nur die haMarbarischen Länder des Ostens sind es, aus denen der Haß ungezügelt erklingt und zu grausigen Taten der viehischen Roheit angestachelt hat. Wenn aber zu Rußland, Polen und Rumänien sich unser deutsches Vaterland gesellt hat, deutsche Kultur schändend und auf den deutschen Namen fast untilgbare Schmach häufend, so schmerzt uns das nicht nur als Juden Lisi, -und als Deutsche erfüllt uns nicht nur brennende Scham, sondern uns, die wir die deutsche Judenfrage, auf deutschem Boden lösen wollen und müssen, ist für diesen Teil der Gesamtheit, die gleiche Verantwortung aufgebürdet, wie einst den Makkabäern zur Syrerzeit. Wir bedürfen derselben Entschiedenheit und derselben Stoßkraft wie sie, der gleichen Beharrlichkeit und Selbftsicherheit! Tönende 'Worte freilich — und an ihnen fehlt es gewiß nicht —