Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Arbeit
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 496 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316888-2316899-2356749--30603-2356829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
496 Im deutschen Reich boden finden. Jeder hat dazu Gelegenheit. Jeder verbringt einen Teil seiner Zeit inmitten von Vichijuden. Was kann z. B. erreicht werden, wen?! in gewerblichen Unternehmungen, in denen der antisemitische Deutsch-nationale Handlmigsgshilfenverband mit Erfolg seine Anhänger sucht und findet, nach dieser Richtung hin von jüdischen Angestellten gearbeitet würde! Und wie hier etwas geleistet werden kann, so ist es in jedem anderen Betriebe, so ist es insbesondere auch in Einwohnerwehren, in den Schulen und in Einrichtungen, in denen ein enges Zusammenarbeiten sonst noch besteht, möglich. Kenntnis des Judentums, Kenntnis des Materials, das wir gegenüber den antisemitischen Vorwürfen gesammelt haben, ist natürlich die notwendige Voraussetzung einer solchen Betätigung. Wir betrachten es als die Pflicht eines jeden Mitgliedes, sich dieses Material zu beschaffen. Es ist unmöglich, alle unsere Mitteilungen jedem einzelnen Mitglieds zugehen zu lassen. Die Ortsgruppenvorstände und die Vertrauensmänner aber erhalten alles. An sie müssen sich die Mitglieder halten. Sie dürfen nicht erst warten, bis ihnen seitens der Ortsgruppenleiter das Material zugänglich gemacht wird. Wir verlangen aktive Arbeit unserer Mtglieder, und deshalb muß nach dieser Richtung hin jeder einzelne die Initiative ergreifen: Wendet euch an eure Ortsgruppen!eit er und an eure Vertrauensmänner und verlangt von ihnen E i n - blick i n d a s Material, das sie von uns b e k o m - "'men haben. So erreichen wir auch, daß das Band, das unsere Mitglieder umschlingt, ein enges wird. Wir sind kein .Verein im gewöhnlichen Sinne des Wortes, wir sind eine' Kampforganisation, in der jeder sich als Kämpfer, als Mitarbeiter fühlen muß.. Nicht darf der einzelne die Arbeit der Leitung überlassen.. Es muß 'für ihn zur Selbstverständlichkeit werden, daß er mitzuarbeiten hat. DasBewußtssinder Zugehörigkeit z u m V e r e i n m uß jedem einzelnen in Fleisch und Blut übergehen.-. Arbeit für uns ist ja nichts anderes als Arbeit für das Judentum. Wie wir Arbeit nach außen verlangen, so verlangen wir auch Arbeit im Innern. Herzenssache muß es den Mitgliedern sein, für den Verein zu werben. Jedes Mitglied muß von sich aus — nicht darf erst ein Anstoß der Leitung die Ursache sein — alle die, die auf dem Boden unserer Ideen stehen, zu uns heranzuziehen versuchen. Doch hier wie dort ist Voraussetzung, daß Kenntnis der Bestrebungen der Organisation vorhanden ist. Haben wir bloße Vereinsmitglieder, so können wir nicht verlangen, daß sie durchdrungen sind von der Idee unserer