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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 495

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
Arbeit
Date
1919-12-01
Page
495 (sequence 1)
Language
German
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Arbeit 495 Wir sagten: Gegenüber dein Judenhaß gibt es für uns nur Kampf. Wir sagten weiter: In diesen Kampf einzutreten, muß vor allen Dingen die Jugend gewillt sein. Aber mit dieser Erkenntnis allein ist es nicht getan. Es genügt nicht, daß wir die Gefahr des Judenhasses und sein Wesen erkennen. Es genügt auch nicht, daß die Jugend den Willen saßt/ gegenüber diesem Feind in die Bresche zu treten. Wir müssen verlangen, daß jeder einzelne von uns mi tarbeitet an dem Werke, das wir schaffen wollen. Es mag eigenartig erscheinen, daß wir diese Forderung hier ausdrücklich aufstellen. Wer aber die Dinge kennt, der weiß, daß ein nicht unerheblicher Teil der Juden selbst durch die täglich erkennbarer weckende antisemitische Agimtisn sich noch nicht verpflichtet fühlt, den Kampf aufzunehmen. Es ist das nicht nur Gleichgültigkeit, nicht nur eine Unterschätzung der Gefahr, sondern vielfach ein Nichtwissen über das, was gegenüber unseren Feinden zu tun ist. Täglich wenden sich Mitglieder an uns mir der Frage, was von ihnen aus gegen diese antisemitische Agitation unternommen werden könne. Unsere Ausgabe kann es in einem solchen Falle nur sein, den Fragenden unser umfangreiches Material zur Verfügung zu stellen und ihnen anzuraten, sich an Hand dieses Materials über die Dinge zu unterrichten. Aufgabe des einzelnen muß es aber nun werden, dieses Material auch richtig zu verwerten. Wenn wir als. Organisation von Organisation zu Organisation handeln, wenn wir die Politik zu Hilfe nehmen und uns mit Behörden und Parteien beschäftigen, so muß die Arbeit des einzelnen eine Kleinarbeit werden. Und wir stehen nicht an, zu behaupten, daß diese Kleinarbeit einer der wesentlichsten Faktoren zur Erreichung unseres Erfolges ist. Wir wissen, daß weite Teile des Volkes dank der geschickten antisemitischen Verhetzung - im unklaren sind über das, was das Judentum ist und will. Immer wieder machen wir die Erfahrung, daß selbst geistig hochstehende Menschen dis falscheste 'Anschauung über jüdische Dinge hegen. Hier können wir'nicht nur dadurch aufklarend wirken, daß wir Unmengen von Aufklärungsschriften in die Massen werfen: Viel mehr als das geschriebene Wort wirkt das gesprochene Wort. Jeder einzelne muß im Kreise seiner uichtjüdifchen Freunde rurd Bekannten aufklärend wirken. Er darf, kein einziges Wort, das sich gegen die Juden richtet, unwidersprochen lassen, und mehr, er muß von sich aus, ohne erst einen Angriff abzuwarten, jüdisches Wesen und jüdisches Sein klarlegen und so verhindern, daß Verdächtigungen einen Nähr-

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