Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 11 (November 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / B. S.
- Date
- 1919-11-01
- Page
- 470 (sequence 4)
- Language
- German
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470 M "ftn Reich Admiral v. Trüppel, Prof/ «SyMart, Gesandter L D. Rafchda«. Prof. Ballod. Prsf. Hans Delbrück, Gehermrat Weinow, Bergrat Gothein -u. a. Persönlichkeiten gleichen Ranges. Die Herren entfalteten eine rege Werbetätigkeit auch unter den deutschen Juden, forderten, im Namen der deutschen Interessen, Beiträge nicht unter 156 Mark, gaben eine gange Reihe von Broschüren heraus. Wenn also jemals in Palästina ein Judenstaat entstehen sollte, so könnte er, wie die Ansicht dieser unzweifelhaft gut deutsch gesinnten Männer bekundet, dein Deutschen Reich höchstens nützlich sein; wie er ihm aber gefährlich werden könnte, ist unerfindlich. Sollten deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens nach diesem Judenstaat auswandern wollen, so ist nicht einzusehen, warum sie anders zu behandeln wären als deutsche Staatsbürger christlichen Glaubens, die einmal nach Chile, Peru, Honduras, Australien oder Mesopotamien auswandern könnten. Wem würde es einfallen, einem Studenten der Hamburger Universität, von dem sich vernmiten läßt, er werde sich dermaleinst nach Beendigung seiner Studien in einem der genannten Länder ansiedeln, das Recht abzusprechen, im Studentenausschuß zu sitzen? Me Hamburger Studentenschaft doziert: „Angehörige eines fremden Volkes, die die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen, gelten nur dann als nationale Minderheiten, wenn sie nicht den Willen zum Deutschtum, sondern den Willen zu ihrem Stammvol? haben. „Nationaljüdisch" ausgerichtete Juden (d. h. Juden, für die ein völkisches Zusammenhalten der Juden besteht oder erstrebenswert ist) haben die Rechte nationaler Minderheiten." Mit Recht erwiderte die „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Studenten" darauf, daß sie in dieser scheinbaren Gewährung eines Rechts den Versuch erblicke, die jüdischen Studenten in sine Ausnahmestellung zu drängen.' Das Schlagwort „jüdisch national" ist nämlich, auf das staatliche und politische Äben angewandt, eine h o h l e P h r a s e. Das Zusammenhalten der Juden ist lediglich religiöser und ethischer Natur; es hat von jeher existiert und wird nicht aufhören zu existieren, solange es Juden geben wird. Anfang Oktober fand im Haag die erste internationale Kotkferenz des „Weltbundes für Freundschaftsarbeit der evangelischen K i r ch e n" statt. Die „Neue Zürcher Zeitung" berichtet in ihrer Nr. 1603 vom 19. Oktober, daß die Konferenz einen harmonischen Verlauf genommen und die Versöhnungsarbeit innerhalb des Protestantismus ein erfreuliches Stück dvirwärts gebracht habe. „Vierzehn Länder waren vertreten: Amerika, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Holland, Italien, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Ungarn und Lettland. Im ganzen waren 57 Delegierte anwesend; das Präsidium hatten abwechselnd ein Holländer, ein Engländer, ein Amerikaner und ein Deutscher inne. Heikel wurde die Situation durch einen Brief des Pastors Wilfred M o n o d -aus Paris, der verlangte, daß die Deutschen die Verletzung der belgischen Neutralität als ein Unrecht zugestehen sollten. ° Der Brief wurde privatinr