Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 11 (November 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / B. S.
- Date
- 1919-11-01
- Page
- 469 (sequence 3)
- Language
- German
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Jüdische »; m Diese Mchmmg an die Jünger o>..p Wissenschaft erschein!! noch notwendiger, wenn- Man bedenkt" daß die HMchur«L SwdenteNfchaft es 'unternommen hat, zusammen mitder Ausländerfrage auch das „Judenproblem" zu lösen. Seit einiger Zeit macht die „natiönaljüdische" Bewegung von sich reden; viele jüdische Studentew'Hehaupten von sich, sie seien „Nationaljuden"; die Hamburger Studentenschaft hat darum die Inden schlechthin im Verdacht, sie seien „Wtionaljuden", verweist also die Gesamtzudenheit Deutschlands kurzerhand in die Reihe nationaler Minderheiten, stempelt stre zu Ausländern und will ihnen gleich allen anderen ausländischen Nationalitäten nur eine ihrer Kopfzahl entsprechende Vertretung im StMentenausschuß zubilligen. Hier sehen wir die unheilvoll zerseHende Wirrung der Politik bedrohliche Formen atznehmen. Das Schlagwort von der „jüdischen Nationalität" hat offenbar die Köpfe der Jugend, der jüdischen wie der nichtjüdischen» arg verwirrt. Wenn 50 deutsche Studenten sich nicht von einem Amerikaner oder von einem nationalpolmsch eingestellten Poldn vertreten lassen wollen, so kann das seine Begründung darin haben, daß der Amerikaner im amerikanischen, der nationalpalnisch eingestellte Pole im polnischen Staate wurzelt, dorthin tendiert, also gegebenenfalls in Gegensatz geraten kann zu den Lebensinteresstn der im deutschen Staatswesen organisierten deutschen Natron. Gilt das auch von einem jüdischen Studenten, der deutscher Staatsbürger ist und von sich behauptet, er sei „jüdisch national"? Rur die größte Oberflächlichkeit kann zu diesem Schluffe kommen. Der sogenannte Judenstaat in Palästina, den England jetzt der ganzen Judenheit vorspiegelt, existiert noch nicht. einmal auf dem Papier, und wenn er jemals verwirklicht wird, wird er vorderhand etwa 80000 Juden untfässen, die, mit vereinzelten Ausnahmen, nie in Deutschland gewesen sind. Wenn alle Wünsche der Zionisten in Erfüllung gehen, wenn England ein Enteignungsgesetz schafft, welches ermöglicht, die ansässigen Araber von der Scholle zu vertreiben, wie es die weiland Anfiedlungskommission mit den Polen in Posen machte, wenn dis Juden die hierzu nötigen 20 bis 80 Milliarden aufbringen und die nötige Anzahl jüdischer landwirtschaftlicher Ansiedler aus dein Boden stampfen, so wird, nach der Hoffnung der Zionisten, binnen 30-Jahren besagter Judenstaat einige hunderttausend Seelen zählen können. Daß dieser Staat dem Deutschen Reich oder den Lebensinteressen der deutschen Nation jemals gefährlich oder auch nur unbequem werden könnte, siele selbst der ausschweifendsten Phantasie schwer, sich auszumalen. Umgekehrt! Im April vorigen Jahres bildete sich in Berlin ein fast ausnahmslos aus Christen bestehendes „Pro-Palästina-Kamitee", dem deutsche Staatsmänner, Politiker und Gelehrte Mer Parteirichtungen angehörten und das sich zur Aufgabe stellte, im Interesse d er deutschen Politik und Wirtschaft die Schaffung eines Judenstaates in Palästina zu erstreben, der 6 Millionen Menschen fassen sollte. Dem Komitee gehören an Graf Praschma, Graf Westarp, Prof. Hotzsch von der „Kreuzzeitung", Landrat v. De w itz,