Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 11 (November 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / B. S.
- Date
- 1919-11-01
- Page
- 468 (sequence 2)
- Language
- German
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risches Reich 463 Grenze»desselben Staatesha ustchbitterverschärft. DkenaKonalen Minoritäten schienen anoer Auflösung■ be§ <Btaate§ zu arbMen und über, dessen Grenzen zu anderen, feindlichen hinüberzustrehen. In de« Bereinigten Staaten, wo bisher die größte Toleranz gegenüber den nicht angelsächsischen Nationalitäten -herrschte, haben diese, um den Verdacht der lauen Staatsgesinnung abzuwehren, es-für notwendig befunden, Skn League of Loyalty mit dem Sitz in .Wilä- Lelphia zu gründen, die im September d. I. bereits 5000 Mtglieder zahlte und die sich zum Ziele gesetzt hat, die Angehörigen der nationalen Minderheiten in das eigentliche amerikanische Leben ernzusWten und sie mit amerikanischem Geist . ja ■ erfüllen,- um dadurch künftigen nationalen Kämpfen vorzubeugen^ Daß diese Strömungen und Stimmungen auch in die Herzen der studierenden -deutschen Jugend Eingang gestruden haben, ist nur natürlich. Win Mensch wird es darum tadeln, daß die Hamburger Studenten her Neberzeugung find, es sei Nicht angänglich, daß 50 deutsche Studenten sich rm Swdentenausschuß durch einen Amerikaner oder durch einen nationalpolnisch .ausgerichteten' Polen vertreten lassen, Allein, hier herrscht schon. einige Unklarheit. Ein Student amerikarlischer Abkmrft, der das deutsche Staatsbürgerrecht erworben, hat damit bekundet, dich er den deutschen Staat bejaht und ihm dienen will. Kein Sterblicher besitzt -die Mittel, dem Manne Herz und Nieren zu prüfen, um festzustellen, ob diese seine Gesinnung echt und unverbrüchlich sei und ob sie sein ganzes Leben-Vorhalten würde. Wenn Angehörige der nationalen Mehrheit, von denen 50 deutsche Studenten sich im Studentenausschuß gern vertreten lasten, dereinst nach Beendigung der Studien -an der Hamburger Universität etwa nach Amerika auswandern, das dortige Staatsbürgerrecht erwerben, sich eine Existenz gründen, wer bürgt dafür, daß sie nicht der League of Loyalty beitreten und, im Fall eines Krieges mit Deutschland, nicht sogar offen gegen ihr ehemaliges Vaterland Stellung nehmen? Es wäre demnach vielleicht angemessen, nicht auf eine subtile Erforschung der Gesinnung einzugehen, die vorkriegerischen Kriterien gelten zu lasten und jeden deutschen Staatsbürger nach wie vor schlechthin als Inländers zu bähandÄln und darauf zu vertrauen, daß deutsches Leben - und deutsche Kultur mindestens so viel Anziehungskraft besitzen, wie die jeder anderen europäischen Nation, und kräftig genug sind, auch Menschen, deren Väter anderwärts geboren find, dauernd zu feffefit; Wenn daher ein so ernstes Blatt wie „Der Hamburger Korrespondent" in seiner Nummer vom 18. Oktober betont,., man stehe dieser ganzen Aktion nur mit geteilten Gefühlen gegenüber, und sch reibt: „Wann wird die Studentenschaft sich wieder darauf besinnen, daß hie Universität eine Stätte der Lehre, der Forschung und der Bildung ist? Die imheilvoll zersetzende Wirkung der Politik.-sehen wir täglich auf allen Gebieten unsers inneren und äußeren Lebens. Bon der Studentenschaft aber verlangen wir vor allem die Besinnung auf die großen, erzieherischen . und einigenden Kräfte der Arbeit und. der Bildung" —- ss wird man dem Blatt nur beistim« men Kurien, - -