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Im deutschen Reich · 1919-11-01 · Heft 11 (November 1919) · p. 455

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 11 (November 1919)
Article
Jugend
Date
1919-11-01
Page
455 (sequence 3)
Language
German
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Jugend 455 wir bk Jugend nicht an unserer Seite haben?. Ju-g en L kann nur d urch Ing en d üb erwu nd enwerd en I Erhebt sich die nichtjüdische Jugend mit der aller. Jugend eigenen .Begeisterung^ die in diesem Falle wirklich einer besseren Sache würdig wäre, so ist es erforderlich, daß sie auf eine jüdische Jugend stößt, die in gleicher Begeisterung zu uns sieht. Es mag sein, daß die jüdischen Jugendorganisationen sich in. den letzten Jahren vornehmlich Ausgaben zugewandt haben, die abseits von den Dingen liegen, die sich im Bereich eines solchen Kampfes finden. Wir wollen auch nicht, daß sie sich den großen Erziehungsaufgaben, die im Interesse des ganzen .Judentums restlos dnrchgeführt werden müssen, abwenden; aber erforderlich ist es, daß sie heute, wo es um die Existenz des Judentums geht, gewillt sind, sich mit ihrer ganzen Kraft in den Dienst dieser Kampfbewegung. zn stellen. Natürlich kann auch hier erfolgreich nur dann gearbeitet werden, wenn Jugend und Alter sich gegenseitig unterstützen und ergänzen. In einem Kampfe, wie der es ist, den wir führen, ist vielfach politische und taktische Vorsicht geboten. Das sind Dinge, die nicht immer im Sinne der Jugend liegen. Die Jugend möchte gern dem Drangen ihres Herzensnachgeben und ohne Rücksicht aus alle politischen und taktischen Bedenken das Ziel, das sie vor sich sieht, einrennen. Daß dadurch leicht ein großer Schade angerichtet werden kann, liegt aus der Hand. Wir, die wir als kleine Gemeinschaft einer vielmillionenköpfigen Gesamtheit gegenüberstehen, können nur dann siegen, wenn wir die Kräfte unserer Gegner richtig einschätzen unb danach unsere Kräfte ansetzen. Das muß sich auch die Jugend vor Augen halten. Eine maßvolle V e r w e r L n n g d er zur Vers u g u n g steh ende n Kr äst e i ft » n ter den g e g e b e.n en Umständen v i e l er s o l g v e r s prech e nd er, als e ine r ü cks rch t s - lose E i n s e tz un g. Verlangen wir auf der einen Seite, daß sich die Jugend den Aelteren anschließt und deren Rat sich zu eigen macht, ohne dabeiallerdings die Selbständigkeit auszugeben, so betonen wir aus der andern Seite, daß die Aelteren die Jungen als gleichberechtigte Mitstreiter anerkennen. Die wertvollen Kräfte der Jugend können uns nur dann dienstbar gemacht werden, wenn wir sie neben uns treten lassen.. Vielleicht mutz manches Mißtrauen aus beiden Seiten überwunden werden, aber in Erkenntnis der Gefahr muß der feste Wille zur gemeinsamen Arbeit die Brücke schlagen. Die „Deutschs.Tageszeitung" schloß an ihren Bericht über die erwähnte Kundgebung des Jugendverbandes die Bemerkung, daß in jener Versammlung die „Ueberhebnng" der jüdischen

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