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Im deutschen Reich · 1919-10-01 · Heft 10 (Oktober 1919) · p. 433

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 10 (Oktober 1919)
Article
[Ohne Titel] / B. S.
Date
1919-10-01
Page
433 (sequence 2)
Language
German
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Mische Rundschau 433 Oberst, seine Fittiche Wer Lie Bedrohten aus und erklärte der zuständigen Behörde, daß rin Pogrom in Len Vereinigten Staaten den schlimmsten Eindruck mache» würde. Der Pogrom unterblieb. OL er ohne dis Drohung des Amerikaners stattgssunden, und SÄ er in Liefern Falle die Demensionsn des Lemberg« oder Wilnarr Pogroms erreicht hätts, wird mtm wohl nie erfahren. Wer man fragt sich unwillkürlich: warum hat kein Sntenie-Vertrster die Ausweisung der Flüchtlinge aus Böhmen, noch dis Pogrome in Polen Zu verhindern gesucht? Oder ist tzs die Gewohnheit des Vertreters WilsonS, nur gedemütigten und besiegten Völkern gegenüber energisch aufzuireten? Oder gönnt er dem Bundesgenossen der Entente die Freude an Ausweisungen und Pogromen, während er sie den Feinden nicht gönnt? Auch kann man sich des Gedankens nicht erwehren, daß einige hundert Waggons mit Lebensmitteln und Kohlen für die hungernde Stadt nnd für die Flüchtlinge ein wirksameres Schutzmittel gegen den Pogrom gewesen wäre, als die Drohung mit dem Zorn der Entente.... RnLifeMMSrmrS für hskMifche» «sd fßt a»SW»dtfch«« Gebrauch. In ihrer Nummer dom 11. Sept. «eifert sich die „Deutsche Tageszeitung" gewattig darüber, daß die Regierung bemüht ist, die "immer mehr Lberhmkdnchmende antisemitische Propaganda in Deutschland zu dämpfen. Insbesondere erregt es den Zorn des Grasen Reventlow, daß das Auswärtige Amt die Wirkung der antisemitischen Propaganda in Deutschland auf das Ausland in Erwägung zieht. „Daß es Ausschreitungen in der antisemitischen Agitation gab und vielleicht noch gibt. Vollen wir um so weniger bestreiten, als diese Ausschreitungen gerade von den besonnenen Trägern der antisemitischen BeweWng am meisten Be* dauert und verurteilt werden." Daß es in'Dentschlrmd eine systematische Pogromhetze gebe, ^zeichnet die „Deutsche Tageszeitung" als „systematischen Schwindel". „Trotz einzelner Bnsschreitungen! der antisemitischen Propaganda, Ne wir, wie gesagt, rückhaltlos verurteilen, gibt es in Deutschland kein-: Pogromhetze und keine Pogromgefahr." . Die Versicherung, daß die Leiter und Förderer der antisemitischen Bewegung die "„vereinzelten" Ausschreitungen bedauern und verurteilen, haben wir schon ss oft gehört, daß uns der Glaube daran gänzlich verlorengegangen ist. Alle antisemitische Propaganda endet schließlich mit" Pogromerh wenn nicht rechtzeitig energisch eingeschrrtten wird. Man"schürt das Feuer nach Kräften, hetzt mit allen Mitteln, verbreitet unter das Volk Flugschriften, Broschüren und sogar gelehrte dickleibige Bücher, in denen „nachgswiesen" wird, daß die Juden es waren, die den Zusammenbruch Deutschlands herbeigeführt haben. „Judas Schuldöuch" wird den Halb- und Biertelgebildeten in TanserÄen von Exemplaren dargeboten, die Juden werden sämtlich als Drückeberger. Lebensmittelverteurer, Kriegshetzer und zugleich Treiber des Schmachsriedens hingestellt. Sie werden als gewerbsnmßige Betrüger und Gauner geschildert, die einem „jüdischen Gcheirngesetz" folgend, den Gosim" falsche

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