Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-10-01
- Page
- 424 (sequence 5)
- Language
- German
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42 4 ZM dsatschrn Reich rein gesinnten und ergreifenden DrsMLA^Aenen „Die Wandlung" soll sich, leDer vergeblich, bemüht haben, die Erschießung der Geiseln zu verhindern. Während der BecharMmrg tamDe auch ikt f&mte des Herrn Rudolf von Sebottendors auf. Entwedsr war die Prozeßftihrung eiussiLig, wie von Blättern der Unabhängigen behauptet wird, oder dis Münchener PmHsßbericht-e waren unvollkommen. Man hätte gern an Gerichtsstätte Auchentifches über diesen Herrn erfahren, der als Vorsitzender der „Thule- Gesellschaft" bsKeichnet wurde und der, wie unsere Leser wissen, das wüst antisemitische Blatt, den „Münchener Beobachter" herausgibt. Die „Münchener Post", das Organ der Mehrheitssozialisten, hat (vgl. ^liiMugust-Heft unserer Zeitschrift) sehr merkwürDM Enthüllungen über diesen Herrn gebracht, der eigentlich Glauer heißt, Sohn eines schlesischen Lokomotivführers ist, sich die türkische StaatsangshArigksit zulegte, um, solange der Krieg andawerte und die Gefahr bestand, zürn Kriegsdienst einberufen Zu werden, m Wcherheit zu stehe«. Buch von einer MarÄpularirm mit Skunmelgeldesr war in dem Münchener Blatt die Rede. Da dieser' in solcher Weife öffenKch gestäupte Mann kürzlich noch in München einen „SB eltbund zur Befreiung dom Judentum" gründete, weil ihm „Thule-Gefellschast" und „Gsrmanenorden" anschsinend nicht genügen, wäre es doch gut gewesen, wenn vor Gericht die Angaben der „Münchener Post" auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft worden waren. Vielleicht wären dann in die düsteren Farben des SittengsnÄdes auch ein paar heitere getupft worden. Ein „Türke" als Führer von Dentsch-Bölkischen, ein „Drückeberger" als Befreier der Germanen, ehs falscher „Adliger" als Sittenprediger — wo ist der Satiriker, der diesen Stoff ausgreist? M Georg HermaMk, der liebenswerte Dichter der (leider auch dramatisierten und verfilmten) Jettchen Gebert, hat in den neuen „Jüdischen Monatsheften" (Nr. 19—20) einen nachdenklichen Aufsatz mederge schrieben, der schon manche zionistische Gegenfeder in Bewegung gesetzt hat. Er bezeichnet selber seine Ausführungen als das Bekenntnis eines West-JudeN, der bisher dem Judentum gleichgültig und fremd gegenübergestanden, doch in den letzten fünf Jahren geistige und seelische Enttäuschungen erlitten habe. Das habe ihn und wie er — wahrscheinlich mit Recht — glaubt, viele Tausende wieder auf ihr Judentum sich besinnen lassen. Bis dahin waren sie, so führt Hermann aus, in erster Reihe und fast ausschließlich Deutsche. Das Judentum war ihnen nur ein Gegenstand der Pietät, der