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Im deutschen Reich · 1919-10-01 · Heft 10 (Oktober 1919) · p. 425

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 10 (Oktober 1919)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1919-10-01
Page
425 (sequence 6)
Language
German
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Umschau 425 im WasschW»! neben Silbersscherr sovgstrm ausgchoSen wird, „E ein paar letzten, halb verbissenen RasieneigentLmlichkeiten". Jetzt aber, nach jenen EnttäufchunMN, sichlt sich seine Seele entmuWelt. Er spürt, daß er im Grunde niemals ganz Deutscher gewesen, wie ein Jude es überhaupt nie sein könne, daß er zwei Heimatländer habe, ein uraltes, imaginäres, und ein „pays damitie". Der Krieg habe immer mehr die Wesensverschiedenheit und Wesensfremdheit gezeigt, die Inden von Deutscher! trennen. Die Deutschen Haber? sich als „schlechte Siegelbewahrer des Men schentums bewährt"; auch heute noch, ja, heute im Unglück mehr denn je. „Wir inteLektuellen West-Juden vor allem sind degoutiert durch die tiefe und hartnäckige Bsrstan-dmslosigkeit, mit der dis Oberschichten und auch die Gebildeten und Gebildetsten unter den Deutschen allen rem menschlichen Fragen gcgenüberstchen." Georg Hermann erwartet den Ginwand, daß die ewigen Gedanken -des Menschentums auch bei anderen Völkern nicht viel besser aufgehoben seien; aber dann heiße, so sagt er, der Gegensatz eben: West-Juden und Europäer/ Jedenfalls seien die Gedanken des Menschentums bei den modernen weitfortgeschrittenen Juden am besten von allen ihm bekannten Söllern und Rassen aufgehoben. Ans welchem Grunde? Weil die Juden staatenlos sind, weil sie nicht die Eisenkugel Staat am Beine schleppen. Die anderen denken immer an Macht, an Kraft,-an Erweiterung; der Jude denkt „Zukunft". Den Eirrwand, daß auch Juden vielfach die Träger rückständigen Kapitalismus seien, läßt Hermann nicht gelten. Gerade die prominentesten jüdischen Vertreter des Kapitalismus, wie Rathenau, Bellin, James Simon, haben „-soziales Gewissen, zukunsL-enkendes Menschentum" gezeigt. Die jüdischen Führer des politischen Radikalismus beweisen ebenfalls, daß die Gedanken des Menschentunrs von Juden vertreten werden. .Kurz, die Seele Georg Hermanns, dem deutschen Boden entwurzelt, sucht nach seinem ursprünglichen Heimatland. Zion aber könne das nicht sein. „Soll wirklich wieder eine dieser bis in die Knochen Maimerten Institutionen, Staat geheißen, geschaffen werden?" Nicht im Zionismus, nicht in einem Judentaat liege unsere Heimat. Unser Zion (nicht örtlich und staatlich öegrenzt) sei: die Zukunft der Menschheit. Dies -der Grundriß der Betrachtungen Georg Hermanns, der seinen Weg vom Deutschtum gmn innerlichen geistigen (nicht religiösen) Judentum gefunden zu haben glaubt. Aber er ist dieses Weges noch nicht sicher. Seine" Seele sehnt sich, seine Seele sucht. In Wirklichkeit ist das, was Hermann -sucht, das Sehnsnchtsziel aller wahren Menschen, das jedoch, nach Ansicht der Frommen, in dieser Welt nicht, erst im Jenseits, in Vbvchams Schoß erreicht werden kann.

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