Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 9 (September 1919)
- Article
- Bemerkungen aus der Soziallehre der Bibel
- Date
- 1919-09-01
- Page
- 360 (sequence 4)
- Language
- German
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860 Im deutschen Reich Glerchwer-tigkei-t, wenn. auch nicht verrnögenSsLändlichö rssp. konr- MurriMsche Weichheitseiner Bürger erstrebt. Nein, .„es wird nie fehlen -der DLr-ftige in Leineur Lende", aber der Dürftige ist und Reibt dein Bruder: „Es Holl-dein Herz nicht.verdrießen, wenn du chm gibst, derm mn deswillen segnetdich - der• Ewige, -dein Gott in allem deinem. Werke und -in allem, was deine Handunternimmt,. Denn es wird nicht cm Diirftigen sÄhien im Lande. Darum gebiete -ich dir und spreche: Aüstun' -stLst du deine Hand deinem Brüder, dem Armen mrd Düritigen in Leinern Lande." Das aLso. ist der- Ernndg-sdanke: vjom uns die Arbeit, von Gott der Segen. 'Es ist nicht deine KlngHoit, oder sagen wir das -heidnische Wort Gluck, aber es ist auch nicht, wobei du dich so in die . Brust wirfst, deine große ArbeiLÄraft, die dir so große Leistungen, solches Glück verschafft. Es ist in tiefstem Grunde nicht -dein ,,Jch", sondern die „Gesam-theit", die dir die Möglichkeiten bietet und- Gaben, geistige Gaben, die der Jude von scher als eine „Gnade" anZ-us-chen pflegte, für die er Gott, und das heißt jüdisch gedacht, der Gesamtheit gegenüber verpflichtet ist.. . Daher hast, du nicht das brutal Recht, das jus uteuäl et adutenckß auf dem der Much der Jahrhunderte hastet; du bist Vemralter deines Besitzes und bist ldaimit Haftbar mb verpflichtet. Du gibst dem Armen kein Almosen Gabe des Mitleids, sondern bau Zedokoh zu Wem liebende Gerechtigkeit. Du beraubst und bestiehlst den Armen, wenn du ihm nicht gibst—' -wohlgemerkt nicht „scherckeft"; denn zu dicher Ermsdrigun-g kennte und sollte es nach dem Thorax .Metz nicht kormnen,.. wM.es wohl Arme, Wer deshcÄb keine Proletarier geben konnte, keine absolut NichtsbZsitzende m. Denn ihm gchört, wenn er sich erarbeitet, die. Ecke des. Feldes, die mch>- gelassenen B-chren, die liegeng.oWebeN'e Garbe, ihm gehört der Zehnte jedes LriWn. Erntejahrr^, ihm ist erlaubt, wenn er Hunger hat, sich sattMLssen' in jedem Felde, denn er. hat sein Mmdelstrecht, das Rechrt aufs. Dasein, das ihm sein Gott, verlichen, er ist ein Mensch. Daher ist es auch gleich, ob der Arme ein Einheimischer oider ein Fremdling ist. Wird der . Fremdling doch stets vor dem einheimischen Armen, der Waffe und Witwe erwähnt. Wie berechtigt ist'SchaW UrteK (Die StEKverfässung der Juden): ^„Durch die ganze, mosaische Rechtsprechung zieht sich als leitender Grundsatz die Rücksicht' auf die Schwachen und Bedrängten hindurch, damit ihnen der so noÄKe Schutz nicht fchbe. In dieser Beziehung besteht^ ein wesenÄicher Unterschied, Mischen dem Gesetzbuch Moses, und dem römischen Recht. .Dieses scheint fast zukeinem andern Zweck gemacht zu sein als den Besitzenden und Mächtigen in seinem Besitz, und seinrer. Macht zu.schützen." . Es ist. ein Sotzialismus eigener..Art, Lern. wirin der.Bibel begegnen. Dieser Sozialismus eustrcht keinen Umsturz äußerer Derhältnisse, er fluchtnicht dem- Reichen, weil er.reich ist, er spricht nicht den Armen selig, weil er arm .ist. Es ist ein Sozialismus, der alles nur erwartet von her Umwandlung -der inneren.'Gesinnung:' ..Du rnußt innerlich von dem WM des Menschen überzeugt sein, du sollst ihn nie zum Mittel ermedrigen, - sondern -fern Sem Ws deiMn ^Äc^