Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 9 (September 1919)
- Article
- Bemerkungen aus der Soziallehre der Bibel
- Date
- 1919-09-01
- Page
- 359 (sequence 3)
- Language
- German
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- Cicero 1× ep/1024888
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Bemerkungen aus der Soziallehre der Bibel 358 nicht aber ändern können, und gegen die wir uns nicht auflehnen fallen." Nein, -diese Lehre läßt den Willen des Menschen, den sie für frei erklärt, zum Schöpfer seines Schicksals werden, sie stellt sich ganz auf den Boden des realen Lebens und gibt sich keinen utopischen Hoffnungen betreffs der Möglichkeit eines Ausgleichs sozialer Gegensätze hin. Und wie sucht sie dieser Realität des Daseins gerecht zu werden, welches ist das heilige „Mittel", das zum heiligen Ziel, zur Feier, zur Verklärung des Daseins führt? Dies Mittel ist die Arbeit. Die Arbeit erhebt die Thora und nur die Thora zum Mittelpunkt alles Rechts auf Leben und Besitz. Sie hielt ein Plato eines Griechen -für unwürdig, sie nannte „verächtlich" ein Tenophon ebenso wie ein Cicero. Der Germane überwies sie an den Sklaven. Nur die Bibel schafft die Gesetze, die fie zum unumgänglichen Erfordernis des Lebens jedes Einzelnen machen. Dafür nur ein Beispiel, ein grund- Erhoht die MttgttederbettrLge! Jeder schätze den Beitrag nach seinem Vermögen ei»! BedeE, datz unsere Gegner Mer MMione» verfügen! Dpfert «ach Kräfte«! legendes freilich: Das Zinsverbot. Im 2. B- M. 22 SS. 24, heißt es: Wenn du Geld leihest meinem Volke, dem Armen neben dir, sollst du ihm nicht wie ein Schuldforderer sein; ihr sollt ihm keinen Zins Luferlegen. Der Ausdruck „loveh", leihen, kommt sonst nur noch in der Bedeutung eines freien, persönlichen, die Person des andern -fördernden Anschlusses vor. So der Anschluß des Gatten an die Gattin (1. B. M. 29, V. 24), des Proselyten -an Israels Gott (Jes. .58, B. 3, 6, Esch. 9{ V. 27). Der Leihende ist also nach der Bibel der, der den finanziell Schwachen zu leiten hat. Zum Verse selbst führt S. R. Hirsch in seinem Pentateuchkommentare aus: „Mit dem Zinsverbot ist dem fruchtbarsten Faktor der sozialen Ungleichheit, dem Gelde der verderblichste Einfluß genommen, die Uebermacht des Kapitals gebrochen. Wird dieses Verbot in seinem gesetzlichen Ernst aufrecht erhalten, so ist jedes Kapital an sich völlig'tot und unfruchtbar und kann nur durch Vermählung mit der Arbeitskraft fruchtbar gemacht werden. Das Kapital ist gezwungen, die Ebenbürtigkeit der Arbeitskraft anzuerkennen. Jenem schreienden Kontraste, wo neben der mächtigen Opulenzdas Elend der Arbeit wuchert, ist mit diesem Gesetz der Boden der Möglichkeit entzogen." Also Heiligung der Arbeit, nicht aber wie im marxistischen System HeMgsprechung der ArdöÄ. HeAiWng als Milite! zur Erziehung des freien Gottesbürgers, das ist die Forderung der Lehre, die als Ausfluß des Willens des Gottes der Einheit, die soziale Beachtet die Anzeige: ”Gabriel Riesser” Verlag!