Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Article
- Zur Berufsberatung
- Date
- 1919-07-01
- Page
- 329 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Bsrufsheratung 329 feie Ls vmr WnMe^§ ecwEn, <ÄS ob mk bn Giürich'tu-ng der BeruMmHer die TLtrgkeit urks-ere? uwgeschlossenen BerakunMrellen gänZHch übsrflüffrg wird. Dcrs vst jedoch durchaus -nicht der Fall. Wich-- lig^rr brrm F 'Mdr-t mir Arbeit unsrer Geratungsstellen, nokweMger denn je eirl verm-ehrtsr Eirrflsttz aus Lis herMwuchfende Jwgerch. Bei 'der großen BeLasmng, mit der wir bei den Berufsämtern bald Zu rechnen haben werden, larirt S>em EinZelfall nicht ein solches Interesse ZugewenM werden, wie es seitens unserer Ber-atung sstellen ge schehen soll und nfufö, Federn einzelnen Ratsuchenden kann dort nicht ho ergiebig mit Ideellen mih realen Mitteln aeholsen M Loden. Bor allem müssen die religiösen Mo mente (Sabbat Heiligung) in Betracht gezogen werden, bk Lei hex Berufswahl vieler unserer Ratsuchenden eine außeror^ntlich große Rolle spielen. Dazu konm^, daß viele Berufe, die auMchtsreich und lohnend schekrken, unseren Ldiird-ern 'nur in LeschränktelM Mckße ZMänglich sind, andere Bsruse der schwächKchLn KörpeNLonstituLion ws^n für untere Ratsuchenden nicht in Betracht LomEn. Man bm\ auch nicht vergessen, daß der Zuschnitt in einer Milschen Familie zumeist ein anderer ist, wie der in gleiWr Lage befindlichen christlichen Fmnilien. Ans diesen rmid ähnlichen Gründen haben von jeher die koch esst oneÄen Verbände fich mit Berüfsbermlung, Lehrstellen- und ArMrsoermidrlung befchästig't, Md die Not Wendigkeit der kDufesstonelleu SonderbLraru'W ist nicht 'Nur vas jüdischer, sondern auch von katho lisch er Seite mierkaarrtt worden. Eber so wichtig wie bfe BsraQrng scheint *mk Euch die jrr.gendpflegerische Arbeit m unseren Beratungsstellen, die, Wweit jüdische Jugend-amrer in dTB§elnen Städten bereits existieren, ihn Anschluß an diese LAsgeübt werden muß. Jeder Fall soll sorglich im Amze LEhaltLn und ein erKieherischer Sinslu^ möglichst schon aus die SchulLinL-er Lusgeübt werden. Me Jurgendlkchen muffen früh- Zeittg sokchLn jüdstchen VEiwen Mg-eführt weMn, die durch Sport und LeilEsübur?gen systemnÄsch die körperlkche Svtüchtr-gung unserer Jugend erstreben, damit diese in den Stand gesetzt wird, sich mehr als bisher solchen Bernsen znMDLnden, deren Mbeä'tsleistung einen Lräftstgerr ustdgestählte oeüaugi ^rfr^lrche An j ätze nach Dieser Richtung hin zeigt die „KameradenLewegung", die der C. B. ja auch berechtigterweise fördert. . Die pflegeris-chL BchanNung des ErnzekfaLs ermö-Mcht auch eine fit'Lliche Beeinfluss ung bei SchulentlasfenLN, die Mm lieber gan-a vom Sch.nlzwang Zur ungebundenLn Freiheit des Lebens tausend Gefahren tzegenüöenstehen. Freilich mutz man DKM mit besonderem Takte Vorgehen, nur mit unsichtbarer Hand leiten, rrm dem Jugendlichen das Gefühl zu geben, daß er in jeder Lebenslage bei ftmem Bera-ter Schutz ünd Hilfe finden wird. Sehr wichtig ist -s, für den MnckiA der Jugendlichen in gut geleitete jüdische Inger!drlnbs und ähnliche VereirützunUen Sorge zu irag-en, die -auf dem Boden des CentralvereinZ wie des Jüdischen Frauenbundes stehen und neben anregender Geselligkeit eine sachgemäße, kostenlose Fortbildung 'bieten. Wieviel innere Kampfe könnten dem Judentum erspart bleiben, tmeöi'el Zersplitterung vermieden, welcher Ausgleich sozialer Gegensätze gefck§affen werden, wenn die jüdische Jugend' in richtiges Weise in ihren Entwi'ckluwgsfahren Mietet mvd. beeknslnßt würde. Auch die Gesohi der Mischehe würde weniger drohen, wenn sich unser Nachwuchs in solchen jüdischen Vereinitzungen Wohl fühlte. Me Ortsgruppen des C. V. haben deshalb ÄaS höchste Jwkereffe an ekner derartigen Arbeit in ihren Beratungsstellen, die' sich nach den verschiedensten Seiten hin ausbauen läßt. Leider enthalten die kurzen Jahresberichte der angefchlossenen Beratungsstellen über eine pflegerische TKtigMt gar keine Mitteilungen, was um so bedauerlicher ist, als die Arbeit'serfahrungen einer BeraiungssteLe Anregung für eine andere Beachtet die Anzeige: ”Gabriel Riesser” Verlag!