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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 330

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Zur Berufsberatung
Date
1919-07-01
Page
330 (sequence 4)
Language
German
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330 Im deutschen Reich .-geben und zu edlem Wetteifer ansvornen könnten. Auch dos Resultat der praktischen Bera'tungsartzert ist in den Einzelnen Stellen noch ein recht bescheidenes; d'as liegt Zum Teil xedoch an ddn unübersehbaren und unsichreren Verhältnissen, in denen wir seit gexaumer Zeit leben. Jeder gewissenhafte Berufsberater empfindet die ungeheure Verantwortung seines Ra-tes heulte mehr denn je. Deshalb dürfen 'unsere Beratungsstellen jedoch ihre Tätig kekt nicht entstellen, sondern sie Arüsfen nach, 'neuen Erwe'rb'smörgWchkeUtzn Umschau halten und vor allem mähr PionievarbeÄ für die Zukunft leisten. Mehr als je gilt es, bas Höchstmaß Ger Leistungen jedes Jnd'ivÄuuMs zu erreichen; mehr als je müß'We. Ärö-eiiskraft, entsprechend ihrer Beranlä'gung, gefördert werden. Wenn auch die Erforschung der BerufMgnung Mvch wiflenschiaftlichs Methoden und die berusspftzchologische Beobachtung, et.gävA duckch die öerufsphtzflo'l'ogvfchtzn Unjlersuchurtgen, Sache der Benrssändter sein wird, so müssen' doch auch unsere Bernfsbepatungsstellen sich E diesen Dingen 'beschäftigen Aus der Praxis heraus sei es mir vergönnt, ganz kurz ein paar Worte MzNKi fügen. Auch Bernfseianung und^ Berufsnei-Mntz läßt sich in gewissem Sinwe ane'rziehen und' beeinflussen., wenn vorhandene, noch jso kl-eiüe Besahigun- Aen rechtZÄtig er'k-Mnrt 'und gefördert wanden; f-reilick «muß dies schon von früher Jugend an geschehen. Dem aber steht'die Schule in ihrer hsnt-iden Art entgegen. Sie legt im allgemeinen zu großen Wort auf cmgeLernLen Wissensstoff uwd bildet di'e intellektuellen Fähi'gk-mLen zu sehr auf Kosten der so notwendigen Uebüchg Aer Hand-. Damit fördert dis Schule eine lleberfchatzung ^der geistigen TM'gkÄt und eine Unterschätzung der körperlichen Arbeit. Die Einheitsschule, die ja kommen wird und soll, muß deshalb mehr Arbeits- und wenichor Lernschule sein und die Kinder mehr als bisher -äwch für die praktischen Berufe vorbeverken. Dev Ausbau des tzandfertigkeitsunterrichts für Mädchen, insbesondere auch des Haushaltungsunterrichts, an allen staatlichen, privaten und konfessionellen Schulen ist dabei von allergrößter Wichtigkeit, und ich bitte diejenigen Mitarbeiter aus den Centralvereins-Ortsaruppen, die Mitglieder von Gemeinde-, Stadt¬ oder LandesparLamen'teN sind, bei den Beratungen, di'e demnächst über die Schulreform ein'fttzon werden, ihren Aanzen Etnslutz in diesem Sinne geltend zu machen. Sie nützen dÄnK nfet nur dek UlMMMheik, sorkd'errt in ^anz blonderem Maße auch unserer jüdischen JuEnd. Die systÄmcvtifche Zuführuntz zu allen maatuellen Berufen scheint mir Ne beste Abwehr gegen das .gefürchtete geisiige ProletEiat zu sein., für das wir Juden leidet einen so überaus" hohen ProZerlkfatz stellen, und das zu bekämpfen eine der Hauptaufgaben dev judiWen BeÄrfsbeVakrtttz ist. Dis Kamerade». Von Patentanwalt Dipl.-Ingenieur Herzfsld-Berlin. AntifemitismuZ und nationaljudischs Propaganda haben schon vor dem Kriege der auf dem Boden des C. B. stehenden Jugend den Gedanken nahegelegt, durch Zusammenschluß Gleichgesinnter ihre innige, organische Zugehörigkeit zum deutschen Volke und die Ablehnung des Nationaljudentums zu dokumentieren. Besonders nötig erwies sich eine solche Organisation, nachdem der angeblich neutrale (mit dieser Fiktion wird zum Teil noch heute geworben) Blau-Weiß sich immer deutlicher als eine Werbestätte reinen NaLionaljudenLums entpuppt hatte, in die man die Kinder vom Jüngsten herauf unter neutralem Mäntelchen hineinlockte, um sie dann planmäßig zum NaLionaljudenLum zu erziehen. Anfänge zu einer Gegenbewegung fanden sich schon vor einigen Jahren m Schlesien. Dort entstanden in Breslau, Oppeln, Ratibor und Königs- Hütte Wandergruppen „Kameraden" mit C. V.-Tendenz. In kleinem

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