Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Article
- Die "Germania" auf den Spuren der Pogromhetzer
- Date
- 1919-07-01
- Page
- 301 (sequence 2)
- Language
- German
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Die „Germania" catf den Spuren der Pogromhetze? 301 dstsaber irr dem L rs h « Stile weiLergehen, dann wird kein Mensch abwenden können., was kommen muß. Nicht allein die Revolution, auch der Krieg hatte schon eine Anzahl semitischer Probleme auf ge rollte von denen einzelne noch der einmal in Aussicht gestellten Lösung harren, vor allem, wie groß der' Prozentsatz der Juden cm der Front und unter den Reklamierten war. Man könnte jedoch alle diese Dinge ohne weiteres der Vergangenheit üb erlassen, wenn die Juden sich ganz klar und unzweideutig auf den Bod en d er Demo kratEe stellten und ihre Blätter nicht immer mit den Kommunisten mehr oder weniger liebäugelten'. Es ist säst erheiternd, daß das Zentrumsblatt die Juden ausfordert. sich klar auf den ^oden der t^mofrail? zu Udlen n d der Mischen Presse nachsagt, daß sie große Neigung zu spartakistischen Umtrieben zeige. Erheiternd, weil der Schwindel zu groß ist, und weil die Demokratie des Zentrums sich gewöhnlich nach der politischen Konjunktur richtet und je nachdem auf die reaktionäre Seite umschl-agt. Doch dies nebenbei. Die „Freiheit", das Organ der Unabhängigen, hat (am 3. Juli) der „Germania" mit berechtigter Schärfe geantwortet, ihr „jesuitische Heuchelei" vorgeworsen und der Darstellung der „Germania" sachliches Material über die mit großen Geldmitteln betriebene antisemitische Bolksaufreizung und Organisierung der Pogromhetze entgegengesetzt, um nachzuweisen, daß es sich nicht, wie das Zentrumsblatt glauben zu machen sucht, um' eine natürliche, gesunde Reaktion des Volkes gegen revolutionäre Exzesse handle, sondern um eine künstlich entfachte Hetze. Das Material, das die „Freiheit" anführt, deckt sich zum großen Teil mit dem, was in unserer Zeitschrift, besonders in der Umschau des Juniheftes, bereits veröffentlicht wurde, zum Teil mit dem, was der Leitaufsatz dieser Nummer enthält. Die „Freiheit" schließt ihre Ausführungen mit folgenden Worten: Besonders kennzeichnend für das Treiben der Pogromiften ist die Tatsache^ daß Hastd in Hand mit best Hetze gegen die Juden sine wüste konterrevolutionäre Agitation getrieben wird^ Unter Ausnutzststg nMostalistifcher Vorurteile und unter VufpeUchung der niedrigsten Instinkte wird untev der Maske der angMich-en BefveiunF des arbeitenden Volkes von den „jüdischen Blutsaugern", M auch aus der Revolution „ein Geschäft" ima-chten, eine rstffinrepke gegenrevokutiONäre Propaganda betrieben. Den I u d e n s ch 7 ä g t trt a* it, und d K e Revolution meint m a n. Indem alle Führer der sozralistffchen Parteien als „jüdische Streber" bezeichnet werden, die das arbeitende Volk nur als Kanonenfutter für ihre ehrgeizigen Pläne mißbrauchen, wird m die unaufgeklärten Schichten des Volkes das Gift der Verleumdung Md nationalistischer Verhetzung hineingetragen. das untsr Umständen dieselben verh«e'renden Folgen nach sich ziehen kann, wie seinerzeit in Rußland, Polen und Rumänien, wo eiste ähnliche konterrevolunvnäre Pogromhetze systematisch 5 e trieben wurds. Es ist außerordentlich bemerkenswert, daß diese planmäßige, großzügig angelegte Judenhetze, welche sich als Hetze gegen die Revolution charakterisiert, finanziell stark fundiert ist. 9hu mit gewaltigen Mitteln ist es möglich, eine derartige Propaganda ins Werk zu setzen und zu erhalten. Wie groß diese seist müssen, ergibt sich z. B. aus der Beachtet die Anzeige: ”Gabriel Riesser” Vertag!