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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 300

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Die "Germania" auf den Spuren der Pogromhetzer
Date
1919-07-01
Page
300 (sequence 1)
Language
German
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800 ZM Reich Die „Germania" ans den Spare» der Pogromhetzer. Am 1. Juli erschien in der „Germania", dem Zentrumsblatte Berlins, ein Artikel, der mit überraschender 'Stärke eine antisemitische Note anschlug und den Juden fast unverhüllt damit drohte, daß die Pogrome m Polen, Galizien und Rußland ihre Fortsetzung in Deutschland finden könnten. Daß Zentrumsblätter zuweilen sich aus die Seite der Antisemiten schlagen, haben wir leider in letzter Zeit häufiger erlebt. Besonders in Bayern loar unter der Einwirkung der Begleiterschemun^en der Eisnerschen Regierung und der Räterepublik eine judernerndliche Haltung von Zentrumsblättern zu beobachten. Die Berliner „Germania" hat sich bisher solchem ebenso ungerechten wie gefährlichen Treiben ferngehalten. Um so überraschender war ihr Aufsatz vom 1. Juli, der scheinheilig bat, man möge seine Zeilen nur nicht als Drohung ausfassen, der aber in Wirklichkeit eine sehr schwerwiegende und mit aller Schärfe zurückzuweisende Drohung bedeutete. Die „Germania" schrieb u. a.: Auch in DeultfchLlnd kcmtn man feststellen, vor allen Dkn^n an den Namen führender Kommunisten und an der Haltung der jüdischen Presse, daß die Judenschast im allgemeinen sine große Neigung zu spa rda kistische n Umtrieben he'A Worauf diese Erscheinung §urückzu führen ftt, mÜKe einmal ohne jede Politische oder konfessionelle Vorein-genourmLNhert sachlich Und gründlich geprüft werden. Auch früher hat düs Judentum wesentlich W den Revolutionen beige tragen. Als tieferen Grund dieser Zusammenhänge geben einige Forscher die Eigenarten der sem-eschen Rasse an, andere die Einwirkungen des jüdischen Bekenntnisses, wie es'im Talmud und seinen Kommentaren üieder gelegt ist, andere wieder die politische Geschichte des Mdenvolkes, 'das in vergangerren Jahrhunderten in manchen Ländern vollkommen rechtlos rgewssen sei. Aber ist der revolutionäre Zug so vieler Juden wirklich eine Reaktion gKgen das Ghetto oder war es umgekehrt, d. h. ihre Absperrung schon durch die Erkenntnis veranlaßt, daß sich unter ihnen viele Ngr u % ige Kö p f e befanden? Das Judentum muß emrntzal allen Errvftes an die alte Wahrheit' erinnert werden, daß Druck Gegendruck erzeugt. Wiik wollen bloß auf Konsequenzen aufmerksam rmkchen, die sich nach dem üblichen Verlauf der Geschichte einstellen werden, ja einstellen müssen, wenn ein'mvl die Welt vom Bolschewismus geheilt sein wird... Die jüdisHen Blätter aller Länder 'hatten sich für die S ta m me § g en o s j e n i n Polen ins Zeug gelegt, damit ihnen ja kein Haar gekrümmt werde. (Die „Germania" spricht sich also indirekt für die polnischen Pogrome aus.). .. Der Antisemitismus wird;a bei dieser Gegenwirkung sich mit Naturnotwendigkeit einstellen müssen, eben wei! jetzt am Spartakismus zu viel Semitisches ist. Wir werden in diesem Falle unsere Pflicht tun und das Judentum alssolches in Schutz nehmen. (!) Zunächst sind indes die Judtzn selbst berufen, für sich Sorge zu tragen, und 'das geschieht ambesten, daß sie sich, wie zurzeit in Budapest, von den Umstürzlern in ihren eigenen Reihen in aller Form lossa'gen. Dann sind, falls die Spartakisten einmal abgesagt sind, keine Judenverfolgungen und' Pogrome zu befürchten. Sollt e

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