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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 302

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Die "Germania" auf den Spuren der Pogromhetzer
Date
1919-07-01
Page
302 (sequence 3)
Language
German
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362 ZM drrrtscheA Reich Tslsa'ihe, „Hauptstklsr für Aufk!-är1:ivA^.. Berlm Swaße 19, vor kurzem ein.« o-ruijemitischr B r o s ch ü? L ^.Von der BergiftHirg des deutschen Bottes" -kn einer Auflag^nHZ^ vrrn- 200000 an deutsche Lehrer ua& Geistliche versandt §£tl Es iffc Mcschroer, zu vermuten, welche Kreise es f eiti mögen, bk dafür bk Mittel her geben. Lmscharr. Am 28. Juni, nachmittags 3 Uhr!2 Minuten ist im Cp«» gelsaal Zu Versailles am Schreibtisch Ludwig XIV. der Bertrirz des ssgrWWNtea Friedens von den beiden deutschen Delegierten unterzeichnet worden. Ihre Namen sind Hermann Müller und Ihr. Johannes Bell; Müller, der Mehrheitssozialist, als eben ernannter Leiter des Auswärtigen Amtes (Graf BrockdorffMantzau hatte die Leitung niedergelegt, weil er diesen Vertrag nicht unterschreiben wollte), Dr. Bell, das Zentrumsmitglied, als Reichsvcrkehrminister und — nur noch im Nebenamt — als Reichskolonialmünster. Der Unterzeichnung gingen beroegt«, haltlose, zmn Teil niederdrückende Verhandlungen m Weimar voraus. Das Kabinett Scheidemann hatte um seine Entlassung gebeten, als der Ministerpräsident erkennen mußte, daß in der Nationalversavmckung für die Ablehnung des auch trotz den zugeftandenen Verbesserungen unerfüllbar und unerträglich gebliebenen Vertrages eine Mehrheit nicht zu finden sei. Seine eigenen Parteigenossen hatten ihn, der kurze Zeit zuvor im Festsaal der Berliner Universität vor dem Bilde des begeisternden Fichte unter allgemeinem demonstrativen Beifall erklärt hatte, die Hand müsse verdorren, die diesen Vertrag unterzeichne, im Stich gelassen. Das Zentrum, unter Führung des robusten Erzberger, schwenkte ebenfalls ab. Fest blieben von den Mehrheitsparteien nur die Demokraten. Die Folge war ein neues Kabinett unter Leitung des Arbeiters Bauer, dem Scheidemann und Landsberg nicht mehr angehörten, dem auch die Demokraten trotz inständigsten Zureden fernblieben. Dieses Ministerium stützt sich nur auf zwei Parteien, ruht aus zu schmaler Basis. Es ist ad hoc, zum Zwecke der Annahme des Friedensvertrages gebildet worden. Die alldeutsche und antisemitische Presse richtet sich mit ständig wachsender Wucht gegen die Unterzeichnung dieses Friedens, der den entsetzlichen Abschluß eines entsetzlichen Krieges bildet, eines Zerstörungskrieges, dessen rechtzeitige, ehrenvolle Beendigung gerade die Alldeutschen durch ihre machtlüsterne Agitation verhindert haben. Da Alldeutsche, Antisemiten und sämtliche Reaktionäre fortgesetzt gegen die „Judenregierung" die

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