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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 296

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Die Pogromhetze
Date
1919-07-01
Page
296 (sequence 8)
Language
German
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sss Im deutschen Reich wakei aus in Deutschland verbreitet wird. Nach nichtswürdiger Verdrehung von Stellen aus der Heiligen Schrift schließt der anonyme Held: „I u d e n m a s s aker s müssen also sein, damit sie, die Propheten und Gottesmörder, am eigenen Leibe fühlen, daß die Mosaischen Prophezeiungen wahr sind."!V. Me Ausstellung und Ausrüstung der Pogromgwrde. Hand in Hand mit dieser Pogromhetze gehen die Vorbereitungen der Antisemiten, sich eine P o g r om g a r d e zu schassen. Am Freitag, dem 21. Februar 1819, fand im „Rheingold" zu Berlin eine Geheimversammlung des „Ausschusses für Volksaufklärung" statt, in welcher unter anderem vom Regierungsrat Ernst Grosse und vom Leutnant von Arnim tatkräftiges Handeln gegen die Juden verlangt wurde. Dann erklärte ein Vorstandsmitglied, einem genauen Berichte zufolge, „der gespannt aufhorchenden Versammlung, daß dem Ausschuß für Boiksaufklärung ein freiwilliges Werbebureau vom Kriegsmini st erium sanktioniert sei und fügte hinzu, daß der Kriegsminister allerdings nicht wisse, daß diesem Werbebureau nur Freiwillige mit antisemitischer Gesinnung entstammen werden. Diese Mitteilung löste frenetischen Jubel aus, und iu erregten Gruppen unterhielten sich die Anwesenden über die Möglichkeit, aus diese Weise ein offenes Kampfmittel gegen die Juden zu schassen. Rufe wie .Garde gegen die I n den' wurden laut." Der Deutschs Volksbund in Berlin-Schoneberg, der Busenfreund des Ausschusses für Volksaufklärung, versuchte zuerst iu Fachzeirungen, unter dem Deckmantel der Werbung für den Grenzschutz Ost, seine Pogromgarde zusammenzubringen. Da dies aber anscheinend nicht den gewünschten Erfolg hatte, so erschien Mitte Mai in dem Gebäude der früheren Königlichen Bibliothek, welches setzt zur Berliner Universität gehört, ein Anschlag, der dann durch zahlreiche Flugblätter verbreitet wurde. Es heißt darin: „Freiwillige aller Truppengattungen . . . deutsch-germanischer Abstammung, die Wert daraus legen, bei Truppenteilen einzutreten, bei denen weder Juden noch Halbjuden, noch Jndengenossen Aufnahme finden, können zu den von der Regierung feftgssetzLen Verpflegungs¬ und Whnungsfätzen ufw. sich in unserem Werbebureau einschreiben lassen." Dann weiter: „Die sich bei uns meldenden Freiwilligen brauchen ihre augenblicklichen Stellungen und Berufe nicht auszugeben, da die bei uns angenommenen Freiwilligen nur iu geschlossenen Formationen geeigneten Truppenkörpern zugeführt werden, um die arisch-germanische Reinheit zu gewährleisten. Jeder bei uns angenommene Freiwillige muß sich aber schriftlich ehren wörtlich verpflichten, sich jederzeit zu unserer Verfügung zu halten und sofor t einzutreten, sobald er die Aufforderung zum Eintritterhält.*) Und weiter: „Wer zu sofortigem Eintritt ') Bon uns gesperrt.

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