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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 295

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Die Pogromhetze
Date
1919-07-01
Page
295 (sequence 7)
Language
German
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Die Pogromhetze 295 unten: „. . . daß wir auf keinem Gebiete wieder zu geordneten Zuständen kommen werden, ehe wir nicht mit der Judenpest aufgeräumt haben." Der Deutsche Schutz- und Trutzbund veröffentlicht in verschiedenen deutschen Zeitungen und auf zahlreichen Handzetteln Anzeigen: „Nehmt Juden in Schutzhast — dann herrscht Ruhe im Lande!" Ein Flugblatt, unterzeichnet von Friedrich S äh ring aus Saugarten (Mark Brandenburg) droht den Juden: „Auf die Mistgabel werden wir "euch spießen." In dem oben erwähnten Flugblatt des Großdeutscheu Frauen- Schutz- und Trutzbundrs, gleich „Ausschuß für Vol'sausklärung", ist zu lesen: „Wir (deutsche Frauen) werden uns würdig erweisen unfern germanischen Ahnensrauen, die ihren Männern in die tosende Schlacht folgten, und gleich unsern unsterblichen Vorbildern werden wir selbst zu den Waffen greifen. Dann aber wehe euch Feiglingen! Wehe euch Wüstlingen!" Und in dem berüchtigten RitualMordflugblatt des „Ausschusses für Volksaufklärung" heißt es: „Vernichtet und tötet alle, die sichgegen die göttliche Ordnung erheben. Es ist höchste Zeit! Fort mit den Verbrechern! Womit nur die Juden gemeint sind, mögen es setzt auch die Herren Bsrsasser mit wenig „germanischem Mut" abstreiten. Ein wenig später heißt es in gleichem Flugblatt: „Schließt euch zu entscheidender Tat zusammen!" Und dann: „Auf Volksgenossen! Auf zur Tat! Wehrt euch!" Der Deutschs B'olksbund in Berlin-Schöne» b e r g, der in Personalunion mit dem Berliner Ausschuß für Volksausklärung steht, kommt geschichtlich Er führt die bekannte gefälschte Weissagung aus dem Kloster Lehnin an: „Dann wird Juda seine Hand nach der Krone ausstrecken und überall ausgerottet werden!" und bemerkt: „Du aber. Voll Israels, hüte dich! Auch der letzte Teil der Lehninschen Prophezeiung kann noch in ErfMung gehen, wenn du fortfährft, dein Schicksal herauszufordern. Hüte dich!" Der „Forstdirektor" Max Beyer in Berlin-Wilmersdorf, Ehrenmitglied des Deutschen Volksbundes, Berlin-Schöneberg, schreibt ganz unverblümt: „Ihr wißt aus dem Munde der Juden selbst, daß diese im Verein mit einer Handvoll ehrloser Gesellen uns diese Zustände geschaffen haben. Das war nicht mehr und nicht weniger als Landesverrat höchster Potenz und verdient den Tod." Und weiter heißt es: „Bon diesen stemden Blutsaugern, den Juden, werden wir uns binnen kurzem befreien, restlos und erbarmungslos." Und der in Berlin-WilmerSdorf nicht unbekannt« Herr Fellechnrr schreibt an die Bürger Danzigs: „Will man euch jüdischer Regierung- und Kommunalgswalt untertan machen, fo!«monstriert . . und wenn es nicht anders geht, tretet zusaimnen^ fest und geschloffen und kämpft di« Juden restlos nieder; denn diese töten auch, indem sie euch gegeneinander aufhetzen und zum Kampfe schüren. ..." Grob deutlich aber wird der anonyme Verfasser einer AnsichtSpoMarte, die gegenwärtig zu TauseÄen von der Tschecho-Slo-

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