Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 260 (sequence 7)
- Language
- German
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- Guben 1× ep/1044673
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280 Im deutsche» Reich (Nr. 115) vom 18. Mai d. I. U« Worre z» lesen: Auskunst erteilt: Julius Treuherz, Guben, Croffener Straße 5. — Juden als Werber für unsere Reichswehr? MltLrktch zegrn enÄvrrchende Dezahlung! Muß das wrrMch sein? „Jawohl — so antwortet kurz und scharf der „Vorwärts" — es muß sein: Es muß sein, daß sich selbst die Volksverderber unh Volksverseucher aus dem Lager der „Deutschen Zeitung", daß sich selbst die Alldeutschen Größenwahntrottel daran gewöhnen, die Juden als gleichberechtigte Volksgenossen anzuerkennen." Wir unsererseits möchten noch auf die fast bewundernswerte Dreistigkeit aufmerksam machen, mit der (als sei es eine unumstößliche Tatsache) erklärt wird, daß die „verhängnisvolle Rolle des Judentums in unserer gesamten Kriegswirtschaft, vor allem auch bei der Heereslieferung" allgemein bekannt ist. „Allgemein bekannt" ist, daß gerade die Geldgeber der „Deutschen Zeitung", die Schwerindustrie, Millionen und Milliarden in der Kriegswirtschaft und bei der Heereslieferung verdient haben; und allgemein bekannt ist, daß die Schwerindustrie nicht in jüdischen Händen ruht. Sie würde sonst nicht eines der in ihrer Kampfesweise skrupellosesten alldeutschantisemitischen Blätter unterstützen. „Allgemein bekannt" ist ferner, daß wir den Niederbruch Deutschlands zum größten Teil den Alldeutschen zu verdanken haben, die jede Regung zu einem ehrenvollen Verständigungssrieden durch ihre Zeitungsorgane und Wanderredner niederknüttelten und mit Hilfe der Kriegszensur fast jede wirksame Abwehr der Angriffe gegen Zivilregierung und Reichstagsmehrheit verhinderten. * Mitte Mai rollte durch ganz Deutschland eine Welle der Empörung über den Vernichtungsfrieden, den die Gegner uns, an Stelle des zugesagten Wilson- und Rechtsfriedens, aufzwingen wollen. Ueberall, in großen und kleinen Städten, Massenkundgebungen, von allen Verbänden und Vereinigungen Proteste; die politischen Parteien taten sich zusammen; man predigte, in der Erkenntnis ihrer Notwendigkeit, Geschlossenheit und Einigkeit, wie zu Anfang des Krieges. Wer aber das antisemitische Organ, die „Deutsch-völkischen Blätter", vom 16. Mai las, konnte nichts von dieser vaterländischen Empörung in ihm finden, nichts von einem Protest der Redaktion oder eines ihrer Mitarbeiter gegen den Zerstörungswillen der Feinde. Was schiert einen Antisemiten der Abgrund, vor dem Deutschland steht? Was schiert einen Antisemiten die notwendige Geschlossenheit des Volkes? Im Gegenteil! Jedes Zusammenschweißen der Bevölkerung, sei es auch in Zeiten bitterster Not und zu