Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- Eine Auseinandersetzung
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 253 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Duseiwanderfetzung 253 Herr Klötzel hat diesen Brief mit einer Nachschrift ausgenommen, aus der wir folgendes mitteilen: „Herr Justizrat Fuchs hätte vn diesen Tagen eine glänzende Gelegenheit gehabt, seinen Palästina w illen zu betätigen. Er hätte nur -den deutschen Juden zu sagen brauchen: „Der jüdische Nation alfonds veranstaltet eine Mrlastinawoche. Das geht Euch so gut an, wie jeden Zionisten; denn die Ziele des Nationalfonds mutz jeder Jude billigen. Tut Eure Pflicht!" Wenn Herr Justizrat Fuchs so gesprochen hätte, so hätte er bewiesen, daß er bw vornehmste Führereigenschaft besitzt, das rechte Wort zur rechten Stünde zn finden. Wir haben uns in der Erwartung solches Beweises getäuscht. Dafürhaben wir das Gegenteil erfahren: Daß es Herr Justizrat Fuchs fertigibringt, das unseligste Wort zur unseligsten Stunde auszusprechen. Ihm hat es sehr ans Herz -gegriffen, daß ein Wiener Zionistenblatt alle Flüche Gerifims auf seinen Scheitel haust wegen einer Aeußerung, die nicht fo wiedergegeben worden ist, wie er sie getan hat. Uns aber Meint diese Aeußerung in &sr authentischen Fassung fast noch unbegreiflicher als in der entstellten. Und so sehr wir es mißbilligen, daß die Wiener Gesinnungsgenossen ihrer Empörung einen so unkonzilianten Ausdruck vergehen haben, so scharf und nachdrücklich möchten auch wir Protest gegen diese Aeußerung eimlegen . . . Die deutsche Vaterlandsliebe d^ Herrn Justizrat Fuchs irr allen gebührenden Ehren; aber in Palästina hat sie nichts zu suchen . . . Will er dem deutschen Volke irgendeinen Dienst erweisen, so hüte er sich ängstlich, Deutschland und PaLästi'na in einen wie auch immer gearteten Zusammenhang zu bringen. Der Zionismus wirdjeden Versuch, Palästinazu einem JnteressengMet zu machen, mit äußerster Kraft bekämpfen. . . Wir wissen, was wir England wert sind'; das gibt uns Sicherheit. Wir wissen aber auch, was England uns wert ist. Wissen, daß Engiland neben Amerika das einzige Land war und ist und wahrscheinlich auf lange Zelt hinaus bleiben wird, das seine „Geschäfte" mit dem Judentum in dere selben fairen Weise abwickelt wie mit anderen Völkern ... Wenn ich im „Offenen Bdief" an Herrn Jüstizrat Fuchs die Aufforderuntz gerichtet habe, zur Pälastinaarbekt seine Gefolgschaft au-fzurufen, so betrachte ich es heute als ein Glück, daß er sich dazu nicht berufen fühlt. Er ist es in der Tat nicht. Und wenn ich es bedauere, daß man Herrn Justvzrat Fuchs mit törichten Schimpstooriten bedacht hat, die ihn mit Recht kränken mußten, so sck^int mir doch: die trüberen Erfahrungen haben wir gemacht! Palästinaarbei't — das sei allen gesagt, Mit,dabei sein wollen — mutz aus einem Herzen und aus einem Sinn kommen, die nichts wollen als das jüdische Palästina. Wer weniger will, dessen Arbeit hat kernen Zweck. Wer aber mehr will und anderes will, dem rufen wir zu: .Hände weg!'" Geh. Rat Fuchs, Leu wir um eine Erwiderung auf diese Nachschrift ersucht haben, schreibt uns: „Was soll ich auf diese Nachschrift erwidern? Ich halte jede weitere Auseinandersetzung für zwecklos; denn zwischen Herrn Klötzel und mir gähnt in unseren Auffassungen über Deutschtum und Judentum ein nicht zu überbrückender Abgrund. Ich suche eine .Synthese zwischen Deutschtum untz Judentum. Ich bin