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Im deutschen Reich · 1919-06-01 · Heft 6 (Juni 1919) · p. 252

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 6 (Juni 1919)
Article
Eine Auseinandersetzung
Date
1919-06-01
Page
252 (sequence 4)
Language
German
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252 Im LEutscherr Reich Sößten Leidwesen nicht .sagen. Mir Ed heute ein zivnistisches Wiener ütt vorgelegt, in welchem ich ein. Unverbesserlicher genannt werde, ein Mensch mit Knechtessinn, der Sklavenlohn einheimst, ein Verräter und Verbrecher an der Sache des Judentums, ein Mann, der mit Ludendorff und Tirpitz aus eigner Stufe (!) steht, ein Schädling, der leichtsinnig und unverantwortlich handelt u. a. m So zu lesen in der „Wiener Morgen- Post" vom April 1919. Und warum Räuber und Mörder? Ich soll nach einem Zitat der „Jüdischen Rundschau" aus dem „Hamburger JsraÄitischen Famrlienblatt" bei meinem Vortrage vom 26. Februar 1919 über das neue Programm >des Centralver-eins gesagt haben, daß wir für die Erhaltung -des deutschen Einflusses in Palästina nicht nur als Juden,- sondern v o r a l l e m als Deutsche arbeiten sollen. Ich soll, wie die „Jüdische Rundschau" meint, zur Palästinaarbeit nicht aus Wischen Motiven, sondern aus deutsch-chauvinistisHen Interessen auf gefordert haben. Ich habe nicht gesagt, was man mich sagen laßt, und ehe man mir Sklavensinn, Verrat und - Verbrechen vorwirst, hätte man authentische Berichte dessen abwarten sollen, was ich gesagt habe. Was ich gesagt habe, ist im wesentlichen in meinem Aussatz „Was nun" in den „Neuen Jüdischen Monatshes.ten", „Im deutschen Reich" und jetzt auch stenographisch wortgetreu in den „Mitteilungen des Syndikus" vom 14. April 1919 abgödruckt. Danach habe ich folgendes gesägt: „Und nun komme ich auf eins: Palästina. Ich habe in der, Reihen unserer Freunde einen großen Zwiespalt erlebt. Ich habe FreuNde, die mir gesagt haben: Was geht uns Palästina an; uns ist Deutschland näher als Palästina. Das ist, verzeihen Sie mir, ein beschränkter Standpunkt. Palästina wird als eine jüdische Heiinstätte erstehen . . . Ich darf die Fäden, welche die deutschen Juden mit Palästina verbinden, nicht zerreißen, uNd wir müssen auch an Palästina Anteil nehmen. Und zwar tue ich das schon u m des Deutschtums wegen, weil es deutschen Interessen ^entspricht, daß wir die Fäden zu Palästina aufrechterhalten, ganz abgesehen davon, daß schließlich Palästina für viele Juden das Land der religiösen Sehnsucht isü Sie werden darin keine Inkonsequenz sehen: Ich lehne den Zionismus um des Judentums willen ab und nehme Anteil an Palästina und unterstütze es schon um des Deuts cht u m s willen. Das sind Fragen, die wir mit den Zionisten zusammen regeln können. Es gibt noch mehr Fragen. Es gibt die Frage der Wiederbelebung des Judentums aus dem Boden deutscher Kultur, an der ja die Zionisten auch Mitarbeiten können; denn Sie werden aus Ihrem Kongreß gehört haben, wie wenige Juden sie erst in 30 Jahren dort werden unterbvmgen können." Das find die Worte, die mii: .den Vorwurf der Ehrlosigkeit eingetragen haben. Ihr warmer Appell an den inneren Frieden ist für mich eine willkommene Gelegenheit, eine Angelegenheit a-ufzullären, bei der Mißverständnisse und Entstellungen die Wahrheit 'getrübt und Haß und Verblendung Orgien gefeiert haben. Die Kränkungen, die man mit persönlich zugesügt hat, schlage ich ^gering an. Mich schmerzt nur der Schäden, den die Arbeitsgemeinschaft und der innere Frieden durch die maßlosen Angriffe von Heißspornen erleiden, die in ihrem Charakter und ist ihrer Erziehung keine Hemmungen ihrer Leidenschaft haben. Um so wohltuender berührt mich die Aussprache rmt einem warmempfindenlden und sachlichen Gegner. Mit^vorzüglii'cher Hochachtung bin ich Ihr ganz ergebener Dr. Eugen Fuchs, Geh. Justizrat.

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