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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 219

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Nochmals Klatzkins "Probleme des modernen Judentums"
Date
1919-05-01
Page
219 (sequence 4)
Language
German
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Nochmals KlatzkinZ „Probleme des m-bsttten Judentums" 219 Was sagen bte s o g, tz a L b a s s i m t la tt ieit? Sie sagen: wir sind nicht Fremde, sondern eingeborene Deutsche, treue Söhne unseres Vaterlandes^; aber wir verleugnen auch nicht das Verwachfensein mit der jüdischen Glaubensgemeinschaft, die Treue ß\x der jüdischen Religion. Wir sind gerade deswegen, weil wir den Nationalismus aölehnen, bessere Juden; denn Wir sehen das Wesen des Judentums nicht in nationaler Enge, sondern in der nationalen Weite der Idee. Was sagt Klatzkin zu diesem Standpunkte, den wir — er , zitiert Sätze von Eugen Fuchs, ohne ihn zu nennen — ja als den unseren bezeichnen können? Er ist, sagt er, zwar falsch, denn das Wesen des Judentums liegt im Nationalen; aber auch er ist in sich konsequent. Aber wie verhalten sich die meisten Zionisten, Pseudozionisten, wie er sie nennt? Sie wollen jüdisch-national und dennoch treue deutsche Staatsbürger sein; sie wollen der jüdischen Nation angehoren und trotzdem ichr Deutschtum nicht aufgeben. Dieser Standpunkt istinkonsequenrund halb. Man kann nur jüdisch-national oder deutsch-jüdischen Glaubens und Stammes, also deutschnationa! sein. Man kann sein Vaterland nicht in Deutschland und in Zion haben. Der Zionismus ist nur berechtigt in und durch die Sehnsucht nach Zion. Volk ohne Vaterland, oder Volk mit fremdem Vaterland, Volk im Galuth ohne das Streben aus dem Galuth heraus, ist kein Volk. Oder wie er sich ausdrückt: Eine zweite Ehe im Völkerleöen (wie sie die Assimilanten und Halbassimilanten eingegangen sind) ist möglichdie Doppelehe der Pseudozionisten unmöglich. In der Tat: Wir müssen es selbst sagen. Klatzkin beweist uns schlagend die Halbheit und Inkonsequenz dieser ,.Pseudo"-ZiOnisten. die ja einen großen Teil unserer deutschen Zionisten darstellen. Eine Ianze Kategorie von Argumenten, mit denen sie jetzt häufig im politischen Leben oper'.sren, führt er. ohne sie allerdings zu nennen, ad absurdum. Wenn sie behaupten. daß gerade das Nationaljudentum den Antisemitismus wird verschwinden lassen, so sagt er, da!ß der Ant semitismus am stärksten ist, wo das Nationale den tum am stärksten ist. Wenn sie argumentieren, daß gerade der Nationalismus die beste Methode auch zur Lösung der deutschen Iudenfrage in Deutschland ist. so beweist er. daß eine solche' Lösung ein Widersinn ist. Kurz, er bewe'st die innere Haltlosigkeit einer zionistischen Methodik, die letzten Endes dazu führt jüdische Gegner mit antisemitischen Waffen zu bekämpfen, indem man erklärt daß die Antisemiten sich nur gegen die ..Assimilanten". nicht gegen die selbstbewußten Nationaljuden wenden; innerlich widerspruck-svoll und unwahr ist solch ein Standpunkt selbst wenn die deutschen Antisemiten ihm öeipflichten. Klatzkin selbst sagt unter Heranziehung von Worten Gabriel Rießers: ..Wir sind nicht eingewandert, wir sind eingeboren, und weil w'r es sind haben wir keinen Anspruch anderswo ans eine Heimat; wir sind entweder Deutsche oder wir sind heimatlos." Das ist konsequent gedacht. Entweder wir sind Deutsche Franzosen ufm. ober wir sind "irr Deutschland. Frankreich usw. heimatlos. Erheben wir noch Anspruch auf eine Heimat anderswo, so können wir n'cht auch annzipativ mcht, unsere zeitweiligen Wohnländer als unsere Vaterländer erklären. Ein Drittes gibt es nicht." Klatzkin hat uns den Standpunkt des Assimilanten, Halbassim'-lanten und ..Pseudo"-Zionisten zum Antisemitismus dargelegt. Wie verhält sich nun der wahre Nationaljude? Er wird im Galuth stets mit dem Ant'semitismus zu kämpfen haben. Denn dieser Antagonismus wird nicht verschwinden, und gerade die wahren Nationaljuden erhoffen nicht seine Beseitigung. sondern seine Verfeinerung und Vertiefung da sie gerade in der Steigerung der nationalen Mannigfaltigkeit den Kulturfortschritt erblicken. Wir sehen: Klatzkin denkt auch über den Chauvinismus'— denn ist der Chauvinismus nicht

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