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Im deutschen Reich · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. 170

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
[Ohne Titel]
Date
1919-04-01
Page
170 (sequence 6)
Language
German
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170 Im deutschen Reich Marrneminister ausgesucht, um ihm zu beweisen, das; seine Rechnungen falsch waren. Ich habe diesen Versuch vor weniger als einem Jahre wiederholt, als man in War ine kr eisen den Enderfostg für Juli 1018 erwQrt-ete. Ich betonte, daß die Reserven Englands einen weiteren Widerstand an den Fronten mit SichmheU Anlassen, und daß die Schisssba-utätigkeit der Amerikaner die ganze wonnage, die von unseren Unterseebo'oten versenkt wurde, weitaus überstieg. Alles war umsonst. Ich habe die Deportation von Zivilisten freimütig verurteilt; aber was nützt die Stimme eines einzelnen gegen ein ganzes Volk, das heilig' überzeugt ist, instgulen Recht zu fein und um sein Leben zu kämpfen. ..d' Die „semitischen" Einflüsse waren ohnmächtig. Der Sieg alldeutscher Einflüsse hat uns ins Unglück gestürzt. Der Alldeutsche Verband will unter Angriffen auf die Juden seine verhängnisvolle Tätigkeit weiter ausüben. Er wird, davon sind wir überzeugt, ins Blaue Hineinreden und ins Leere hineiuarbeiten. Unter der Parole „Freie Bahn dem Tüchtigen", keine Vorrechte der Geburt, des Standes, der Konfession wird Deutschland hoffentlich sich aus dein erschreckenden Chaos wieder aus Licht emporringen, mit tatkräftiger Hilfe auch der jüdischen Deutschen mih trotz den Antisemiten. Der Hammer-Fritsch fahrt in seiner Zeitschrift fort, die Lehren des Talmuds zu beschimpfen. Er spricht im Fcbruarheft von „Tschandalngeist der talMudifchs« Lehren" und behauptet, der Grundsatz, alles, was dem Vorteil diene, sei gerecht. jeder Widerstand dagegen unsittlich und verwerflich, sei eine folgerichtige Anwendung der talmudischen Lehren, in denen „grundsätzlich nutz beständig der Vorteil mit dem Rechtsbegms vertauscht" werde. An einer andereil Stelle desselben Heftes wird wörtlich behauptet, „der Materialismus ist der jüdischen Rasse ebenso eigen, als der Idealismus der arischen Rasse". Herr Theodor Fritsch wird sich gewiß mit Stolz daran erinnern, daß der Führer des Bundes der Landwirte, Freiherr von Waugellheim, den Antisemitismus des Herrn Fritsch den Tausenden der im Zirkus Busch versammelten VüMeru als einen „veredelten A n ine m itis nt u s" werbend enkpfohlen hat; nicht nur einmal, sondern nach Verlauf eines Jahres -roch einmal. lieber den Ausdruck „veredelter Antisemitismus" ist damals viel gelacht und gespottet worden, tylan könnte ebenso von einem veredelten Schandfleck sprechen. Wir aber lnöchtcn bei dieser Gelegenheit Herrn Fritsch aussordcrn, uns den Idealismus des arischen Bundes der Landwirte nachzuweisen und durch seine Beweisführung biefentgen zu beschämen, die im Vgrärierbunde nichts als eine krasse Selbstsuchtvertretung erblicken, eine Vertretung, die unsere innere Politik immer tiefer in die schlammigen Gefilde der SLnderinteressen und materialistischen Ziele gedrückt hat. Dieser selbe arische Bund, der keine Juden in seinen Reihen duldet, hat wahrend der Lebensmittel-

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