Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Aufgaben und Tätigkeit der jüdischen Berufsberatungsstellen
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 84 (sequence 2)
- Language
- German
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84 Im deutschen Reich abzuhalten, um diese mit einschlägigem Stoff M m-jorgeit, fntien Belehrung und Aufklärung zu erteilen sowie Gelegenheit zur Aussprache zu geben. Es ist überaus wichtig, daß zwischen den Provinzralstellen und den örtlichen Beratern eine ständige iünkae Verbündung besteht. Dazu ist erforderlich, daß von Zeit zu Zeit die Lr-MchLn Berater dsr Provinzinlstelle Bericht über ihre Tätigkeit und ihre Erfolge erstatten. Ilm das herdsizüführen, haben wir alljährlich einerr staLWschen Fragebogen an unsere Beratungsstellen ergehen lassen. Ueberdies ist alljährlich, und da, wo Schulentlassung halbjährlich erfolgt, zu den entsprechenden ZeitaoschniNen, rechtzeitig, d. h. mindestens vi-er Monate vor der Entlassung., seitens der Provinzialstellen bei den ihnen unterstellten Octsstellen an die rechtzeitige Aufnahme bet Beratung zu erinnern. Wie bringen wier nun das, was wir wollen und möchten und was für den Gestarck der deutschen J^denhdii geradezu zu einer Lebensfrage zu werden droht, zur Kenntnis weitöster Kreise? Unsere Provinzralstelle hat sich auf die Zusend-una eines Rundschreibens an Rabbiner, Lehrer und Gemerndevorstönde -beschränkt. Der Erfolg ha^ gezeigt, daß Dieser Weg nicht der richtige ist. Wir halten es für notwendig, daß die Provinzial-Beratungssteüsn sich Listen tek Mitglieder sämtlicher ihnen angeschlossenrr Gemeänden verschasf-en und aus GnurrÄ dieser Listen je^em Äenretndemitgliebe eint aufkLäverÄ'e und weröenbe Zuschrift zusteBen lassen. Wünschenswert würde es sÄn, wenn die tzanptstelle ihre MerkuNd Bsratungsblörter den Provinzkalstellen in solchem Umfange' zur Verfügung stellen würde, daß diele Blätter jeder Zuschrift öeigefügt weäden könnten. Ferner müßten durch Vorträge in Logen, auf Tagungen der Genve-rnrdeverban-de, bei Rabbiner- und Lehrer'oersawunlurrgen, auf Eltenrabenden jüdischer Volksschirlen, kurzum 'beijeder GeiegenheiL, wo eine größere Anzahl von Glaubensgenossen züsammenLrüist unsere Bestrebungen bskanntgemach-L werden, wie auch Kanzel un>d Katheder weit mehr als .bisher werbend für unsere Sache eintreten müßten. Es dürste sich ferner empfehlen, in den Vorhallen der Synagogen, der iüdisckMN Schulen, der Gemeindehäuser usf. große, entsprechend ausgeführte Plakate auszuhängen. Auch sollten sich Die ProvNziaksteüen mehr als bisher dar Preise bedienen. Die Tätigkeit der örtlichen Berat u'rt g s st e 11 e n in Klein¬ oder MitLelgememden ist einfach. Der Rabbiner bzw. der Lehrer weiß, welche Schüler bei Schulschluß die Schule verlassen, femii ihre Fähigkeiten und ihre Veranlagung und kann rechtzeitig in aeeigneter Weise auf sie einwtrken. In Großgemeinden liegt die Sache schon schwier^ge-r. Es dürfte sich in ihnen die Arbeit -nach Berliner Muster empfehlen. Dort hat man durch Vermittlung des Vorstandes der Gemeinde und der Vorstände der jüdischen Lehrervere'bne sich mit Erfolg ein Merreljcchr vor Schu^ schluß an die Schulleiter und Lehrer gewendet und sie um Äufftellung von Listen aller nnt Schulschtuß zu ent'laffenden Knaben und Mädchen gebeten. Da iMete Bestrebungen vorwiegend darauf gerichtet sind, die Jugend dem Handwerk und dem Gartenbau zttzu führen, so sind Mine Darkegungen in erster Linie hierauf zurgeichnitten. Ich betone auch H4er wieder: Man un teilest me nichts, ohne vorher den Arzt zu hören. Lehrlinge mit schwächlichem Körperbau sollen nicht Schmiede, Schlaffer, Fleischer usw. werden, solche mkt schmaler Brust oder schwacher Lunge gehören nicht in .d'ie Schneiderstuvs oder in solche Betriebe', die vi^L Srauö verursachen oder in denen viel mit Säuren gearöeiter wird. Hat der Berufsberater eS schließlich dahin gebracht, daß man sich seinen Vorschlägen geneigk zeitzt, so gerät er leicht' von der Scylla in die EharyWs, wenn es heißt, eine Lehrstelle zu' verschasfen. Wie es mit Lehrstellen in der Landwirtschaft bestellt ist, haben Herr Rabbiner Or. Tr eitel rttch Herr Dr. MrchaeM tu der Zeitschvfft ^Jrn deu^chen Reich"