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Im deutschen Reich · 1919-02-01 · Heft 2 (Februar 1919) · p. 83

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 2 (Februar 1919)
Article
Aufgaben und Tätigkeit der jüdischen Berufsberatungsstellen
Date
1919-02-01
Page
83 (sequence 1)
Language
German
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Ausgabe:: nn\> Tätigkeit der jüdischer: BerufZöeraLungsstellen 83 ANfgMSN NRd Tätigkeit der jüdische» VerRfs-eraLMrgsfLeLsU» In der ersten Versammlung der Vertreter der örtlichen BerufsberaLurigsstellen für Berufsberatung der Juden im Oktober 1918 in Berlin hielt Prediger G o l b 'm s rt ti Herford einer: Vortrag, dessen Wortlaut uns jetzt zur Verfügung gestellt wurde. Wir entnehmen ihm folgende Ausführungen: Was zur Mischen Berufsberarung besonders zu sagen wäre, faßte Dr. Segfeilb in der Zeitschrift „Im deutschen Reichs im Januar 1918 i-u di^e Worte: „So segensreich die Hauptstelle schon wirken mag, es genügt uüht, unsere Jugend und deren Eltern zu lwra'ten, so-nde.ru es muß ihnen vor Augen geführt weöden, was ihre Pflicht ist! Die -Pflicht gegen sich selbst, die Pflicht ge'gen die künftige Generation, die Pflicht gegen die deutsche Jüdenhsit." Dieses Pflichtbewußt sein ist ln weiten Kreisen der deutschen Judenheit noch nicht genügend vorhanden. Es zu kräftigen, von der Bedeutung und Wichtigkeit unserer Bestrebungen die Gesamtheit zu überzeugen, muß dahsr unsere wichtigste Ausgabe sein. Diese Ausgabe kann aber nur durch eine straffe Organisation gelöst wsrden. Wo bereits interkonfessionelle örtliche Beratungsstellen vorhanden sind, haben die jüdischen Beratungsstellen Anschluß an jene zu suchen und Hand in Hand mit ihnen zu' arbeiten. AbgcheMl von den Vorteilen, die im aegenseitiaen Handinhandcßrbeiten für die Sache selbst liegen, dürfte sich ungezwungene Gelegenheit zum Ausgleich und zur Versöhnung eöwaiger Gegensätze zwischen Juden und NichtMen und Gelegenheit zur Busklärung über manches Vorurteil gegen ums bieten. -— In erster Linie wenden für die Berufsberatung Rabbiner -und Lehrer in Frage kommen, da sie die Kinder am besten kennen, ihre Fäh'iakeiren am ehesten beurteilen und auch am ehesten Einfluß aus Eltern und Kinder ausüben können. Aber es müssen auch Angehörige aller Berufe und aller Bevölkerungskrerse in den Dienst der guten "Sache gestellk werden. Ungemein wichtig ist die. Zugehorigkeft eines Arztes zu jeder Beratungsstelle. In hygienischer Hinsicht ist viel gesündigt worden, indem man einzelnen Berufen Mnde'r zrtgeführt hat, -die infolge ihüer körperlichen Beschaffenheit oder ihres Gesundheitszustandes niemals diese Berufe hakten ergreifen dürfen. Auch Frauen sollen in den Beratungsstellen vertreten sein. Bei Berufswechsel wird die Mitwirkung von Fachleuten sich als unentbehrlich erweisen. Jedenfalls ist M der Beratung auf persörrlicheF ü'h I irn g * n ahme das nachdrücklichste Gewicht zu legen. Unbedingt erforderlich ist es, daß jede BerussberoLungsstelle sich einem S t § llen rr a chw ei s anschließt oder, wo eft: solch er nicht vorhanden, diesen gründet. Ich würde es auch für wünschenswert halten, wenn die Beratungsstellen mit dem „Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden"' Fühlung nehmen, zur Gründung solcher Vereine anregen und auch Hand in Hand mit den „Vereinen indischer Handwerker" sowie hm örtlichen fttterkonfeftionellen „Arbeitsnachweisen" und „JMun-gsausschüffen" arbeiten würden. Zweifellos würde auck) durch Anleitung der Kinder zu manueller Betätigung schon während der' Schulzeit die Neigung zum Handwerk und zum Gartenbau früh geweckt werden. Unsere Beratungsstellen sollten es sich da'her angelegen sein lassen, den Unterricht in Handfertigkeit und GarSenbau in Len 'Schulen anzuregon und tatkräftig zu fördern. Diese Aufgaben sind natürlich nur zu erfüllen, wenn es den ProvinziuL- und BezLrksstellen gelingt, moglschst arr jedem Orte lhves TäLigkeitsöerckcches geeignete Berater zu gewiwren. Ich halte e > für notwendig, innerhalb der Tätig: ei tsgebie'Le der einzelnen Prodinzial- bzw. Beztrksstellen von Zöit zu Zeit Versammlungen der Berufsberater

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