Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 72 (sequence 5)
- Language
- German
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72 Im deutschen Reich lisbirehrnLN mutzten. In bte SHLtzengräbsn TwochtLU Me Fubcn reicht, da wäre ja ihr kostbares Leben in Gefahr gdommefu Und es gab Mische Aerzte >zenu§, die grundsätzlich nur Christen für?. v. erklärren. Den schmachvollen Wüstenstillftand,. in dem Deutschland mit gebundenen Händen dem Feind' sich überlieferte, und bem zweifellos ein nicht minder schmachvoller Friede folgen wird — Wem,danken mvx das? Dem jüdischen L a rr d e s v e r r a t! I! Wer idas bestreiten oder beschönigst möchte, der sei daran erinnert, daß vor wenig Tagen erst Lloyd George der: Lord NortheWe, der als Jude Stern in Frankfurt a. M. geboren'wurde, Öffentlich belobr hat, daß er seine Sache in Deutschland so gut gemacht harte! Schlagendere Beweise kann es nicht geben. Allerdings, schlagendere Beweise kann es nicht geben. Der schlagendste Beweis ist,, wie der Verfasser des Flugblatts selbst behauptet, die Belobigung Lord Nortbclisfes — der aber nicht Jude, sondern Antisemit ist. Der Rückschluß auf die anderen, weniger schlagenden Beweise liegt nahe. Am Schluß wird zur Wahl der Kandidaten de? Deutsch-nationalen Volkspartei aufgefordert. Verantwortlich für das Machwerk zeichnet der Deutsche Volksbund, Verlin-Schöneberg, Vorbergstr. 4. Von Flugblättern kann eine Partei unter Umständen noch abrücken, wenngleich es in diesen Fällen der Deutsch-nationalen Volkspartei recht schwer fallen dürfte. Uns liegt aber auch ein Heftchen vor, „Vorwärts zu den W ah len", das von der Buchdruckerei des konservativen „Reichsboteu" in Berlin zu beziehen ist. Auf S. 9 werden Juden in engstem Zusammenhang mit dem Großstadtpvbel genannt. Auf S. 16 wird ausgeföhrt: „Von wem werden die Junker am meiften gefaßt? — Von feen Juden! — Und warum? — Werl sie es sind, die sich der Allmacht des Judentums noch nicht beugen! Es gibt ein schreckliches Wort über den Krieg: .Die Lebenden sind die Siegerü Man kann ebenso dafür setzen: »Die Juden sind die Sieger/' Die Juden haben es verstanden in diesem Kriege: am wenigsten zu bluten, aber am meisten zu verdienen." Liebknecht wird wieder als Jude bezeichnet. Ferner wird deutlich genug gesagt: „Jeder deutsche Kopf- und Handarbeiter gehört in unsere Reihen'— aber gegen feie Juden müssen wir sine starte Grenze ziehen". Diese starke Grenze muß auch von den Juden gegenüber der Deutsch-nationalen Volkspartei gezogen werden. Der Wahlkamps zu der Nationalversammlung ist im Vergleich zu früheren Wahlkämpfen im großen und ganzen würdig geführt worden. Die Sozialdemokratie, die Demokratie und das Zentrum in der überwiegenden Mehrheit haben es verschmäht, durch Persönliche Anrempelungen und öffentliche Hetze zum Raffenhaß zu schüren. Nur den vornehmen Deutsch-nationalen blieb es Vorbehalten, den Wahlkampf und damit auch sich selbst zu beschmutzen.