Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Nationaljüdischer Radikalismus
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 61 (sequence 13)
- Language
- German
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RationalMischer RadrkMLmuL 61 So erheben wir energischen Protest gegen ein solches unwahres Treiben, das innerlich und äußerlich die Grundlage unseres Glückes und unserer Zukunst untergräbt. Wir warnen alle, die ihm nicht energisch entgegentreten, und insbesondere jene deutschen Zionisten — es ist fraglos die große Masse —, die zu ihrem Vaterlands und seiner Kultur den eines religiösen Juden allein würdigen Standpunkt einnehmen. Sie müssen einen Strich ziehen zwischen sich und den deutschfeindlichen und internationalen Elementen, die ihren Namen mißbrauchen. Die große Mehrheit der deutschen Juden muß sich aber endlich einmal zu energischer Tat ausrasfen. Es gibt keinen Grund, der uns veranlassen kann. Widerspruchslos zuzusehen, wie Fanatiker, dis jedes Verantwortkchkeitsgefühls bar sind, unsere Interessen vernichtend schädigen. Jede Leisetreterei wird sich furchtbar rächen, und es muß nicht nur ehrlich ausgesprochen werden, was ist, sondern es muß Front gemacht werden auch gegen Feinde im eigenen Lager. Wir verstehen, daß man Aufsehen befürchtet, wir Gissen, daß jede noch so schwache Verteidigung auf unserer Seite vom Zionismus öffentlich als Angriff und Bedrohung bezeichnet wird. Was hat man in zionistischen Blättern und Versammlungen aus der Erklärung der drei Verbände gemacht, die dem Treiben der radikalen Heißsporne gegenüber nur einen Akt der Notwehr darstelltr! Im „Jüdischen Echo" versteigt sich ein Herr Rosenberg sogar dazu, sie eine würdelose Kundgebung zu nennen! Wir müßte man, wenn das zuträfe, die hier besprochenen NLNüualjüdischen Kundgebungen charakterisieren. Die von uns im Hinblick auf das Ansehen der Judenheit sonst geübte Rücksicht darf nicht mehr entscheidend sein. Selbst wenn die Einigkeit der deutschen Juden auf dem Spiele stehen sollte: unsere Prinzipien dürfen wir nicht verraten, und das große Erbe Ri eßers, unsere Stellung zum deuts ch en Vaterlands, dis die Grundlage. für alle jüdische Entwicklung war, dürfen wir nie und nimmer unterminieren lassen. Die Rücksicht auf die Einheit hört dort auf, wo ihre Grundlagen g e s ch w u n den sin d. Die Gefahr droht! Wer wird die Folgen der Verhetzung ausbaden müssen? Herr Klotzkin gewiß nicht. Er sitzt im weichen Sessel in der freien Schweiz, wohin auch seine Apostel, die hier wenig zu verlieren haben, leicht entkommen können. Und wenn die Saat, die vielleicht sehr blutige Saat aufgehen wird, schreibt er tränenden Auges rührende Artikel über die neue Not seines armen Volkes, an der er nicht so ganz unbeteiligt sein dürste. Wir werden büßen müssen, wir, die wir in Deutschland wurzeln, die keine andere Heimat haben