Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Nationaljüdischer Radikalismus
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 58 (sequence 10)
- Language
- German
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58 Im deutschen Reich ernsthaften Faktor nur solche Juden gibt, mit denen auch Herr Klatzkin und Herr Cohn zufrieden sein können. Den Juden vaterlandsfeindliche oder im Gegensatz zur Vaterlandsliebe eine internationale Gesinnung anzudichten, ist eine der verleumderischsten Lügen, die jemals ausgesprochen worden sind. Widerspricht es doch dem Sinne und den: ausdrücklichen Worte der R e l i g i o n! Und geradezu furchtbar ist es, daß Juden so gefährliche Ideen fassen und äußern können, lieberall hat gerade in diesen schweren Tagen der Jude in selbstverständlicher Treue, im Bewußtsein, daß er keine andere Kultur hat als die der Heimat, zu seinem Vaterlands gestanden. Wir deutschen Juden brauchen Von solchen Selbstverständlichkeiten gar nicht erst zu reden. Wir wissen sehr wohl, war in Deutschland anders werden muß, wir traten früher zu manchen Personen und Einrichtungen in schärfste Opposition, unb fürchten, daß es in Zukunft noch mehr der Fall sein wird; uns leitet aber dabei überall und immer der Gedanke an des Vaterland e s W o h l, in dem wir einen Hort der Freiheit und des Rechtes sehen möchten. Wir brauchen mit unserem Patriotismus nicht zu paradieren und nicht das Wort „deutsch" bei jeder unmöglichen Gelegenheit im Munde zu führen, weil diese Liebe als Teil unseres Wesens unzertrennbar mit ihm verbunden ist. Von jüdischer Opferfreudigkeit, von jüdischer Treue, von vaterländischer Tat und anderen Selbstverständlichkeiten zu reden, halten wir für überflüssig. Wenn Klatzkin und Cohn aber von „uns" Juden sprechen, so bedeutet das eine Beschimpfung der Helden, die im Grabe ruhen, die ihr Bestes, ihr Leben für ihr Vaterland dahingegebeu haben, und denen man jetzt höhnisch und überlegen in die Gruft nachruft, sie Hütten ihr Leben einer Sache als Opfer aufgedrängt, zu der sie nicht gehören. Es gibt gewiß nichts, was trauriger und empörender wäre, als diese Kritik von Juden über Juden. Ganz unabhängig von der Frage, ob wir den anderen Deutschen wesensgleich sind und ob und wie wir uns von ihnen unterscheiden, sind wir Deutsche durch Kultur und Willen, wir haben keine andere Kultur, und uns ihr entziehen, hieße uns in Gottes weiter Welt ruhelos und fremd machen. Darüber hinaus wäre es auch eine krasse Undankbarkeit! Denn nicht nur danken wir dem Vateclande den Schutz unserer Interessen, die äußere Möglichkeit, durch unseren Berus das Leber; zu fristen, sondern seine Kultur liefert uns allenauch die inneren Mittel, mit denen wir den Lebenskampf bestehen. Uns allen! Auch jenen Zionisten, die sich „nur" jüdisch und nicht deutsch suhlen. Sie reden und schreiben ihre bedenklichen Leistungen in deutscher Sprache, sie leben in Deutschland und ge-