Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Nationaljüdischer Radikalismus
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 57 (sequence 9)
- Language
- German
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Natwnaljüdischrr Radikalismus 57 Und das ergibt sich aus der verallgemeinern- 5 en Tende n z antisemitischer Denkweise. Herr vr. Klatzkin und seine Gesinnungsgenossen reden andauernd von „u n s Jude n", und erwecken damit den falschen Anschein, als ob alle Juden auf ihrem Standpunkt stLnden. Natürlich stürzen sich alle judenfeindlichen Elemente mit Wonne auf derartige Auslastungen, und wir wissen jetzt wenigstens, wem wir zum Teil den Begriff des „Alljudentums" und die scharfe Note im heutigen Antisemitismus verdanken, die das angebliche Fremdsein der Juden so sehr betont. Man geht aber in diesen radikalen Kreisen noch weiter und beschimpft einfach jeden Juden, der sich nicht zu solchen Ideen bekennt, indem man ihm glatt den Wert für sein Vaterland abspricht. Kurt Blumenfeld, ein hoher zionistischer Parteiführer, sagt in den „Preußischen Jahrbüchern", daß die Aflimilation die Juden zu einem „v o n Unaufrichtigkeit und Kraftlos: gke i i“*) erfüllten Leben geführt habe, daß ihre Auffassung „asozial und de k «den t" sei, daß sie „täppisch und frech dir subtilsten Dinge jeder Art betrachtet und kritisch zergliedert, an deren s ch ö pfe r i s ch e m Geist sie k e i n en Teil h a t". Und vor einem nichts ü d i s ch e n Leserkreise fallt er über die deutsch-nationalen Juden das folgende Urteil: „Andererseits ist das Assimilationsideal nicht geeignet, dem Staat ein wertvolles (!) Element zu schassen. Es führt dazu, daß an Stelle der sittlichen Zucht und Bildung, welche bei allenBölkerndurchdiePflegederreligiösen und nationalen F rg e n e r ]i t e b i wird, ein u n - gebundenes, auf äußere Ziele gerichtetes Streben t r i t t." Es seien diese niedlichen Denunziationen an die Adresse der Deutschen angeführt, nicht nur um zu zeigen, was jüdischnationale Fanatiker über Menschen ihres Blutes und Glaubens zu schreiben vermögen, sondern um die gefährliche Wirkung klarzumachen. Man braucht als Christ noch gar nicht einmal besonders antisemitisch zu sein, um sich von solchen jüdischen Stimmen einfangen zu lasten und jene überwiegende Masse von Juden, die sich in Gesinnung und Tat als deutsch gebärden, für heuchlerische und wertlose Elemente zu halten. Für jeden Fall wird das Ziel erreicht. Man redet von „uns" Juden und dichtet allen seine Gesinnung an; jene aber, die sich äußerlich nicht fügen, denunziert man als dekadente, freche und ivertlose, vaterlandslose Gesellen. So hat man bewiesen, daß es als *) Dies rot« das Folgende von mir gesperrt.