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Im deutschen Reich · 1919-02-01 · Heft 2 (Februar 1919) · p. 53

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 2 (Februar 1919)
Article
Nationaljüdischer Radikalismus
Date
1919-02-01
Page
53 (sequence 5)
Language
German
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Nalionahüdischer Radikalismus 53 „Genau w i e wir nach völligerAutonomiein j ü d i s ch en An g el e g e nh e i t en streben und auch diebe st gemeinte unerbetene Einmischung v o n Nichts udendurchaus zurückzuw eisen pflegen, genau so respektieren wir das Selbstbestimmung srecht unseres Wirtsvolkes in seinen eigenen Angelegenheiten und halten es für einenFehler,wennJudensichals Wortführer und Handelnde in diese einmischen." Und dem Einwande, daß der Zionist, der für Deutschland geblutet habe, nun auch am Aufbau des Vaterlandes Mitarbeiten müsse, begegnet er mit dem schroffen Satze: „Konsequenzen, die sich für den Zionisten daraus ergeben, daß er nicht in Palast in a, sondern hier lebt, muß er sich selber zuschreiben. Palästina i st das Land, in dem er berufen ist, mitzuraten und mitzuhandeln. Geht er nicht nachPalästina, sondern bleibt er in Deutschland, so hat er nicht die moralische Berechtigung, daraus irgend etwas zu seinen Gunsten herzuleiten." Wenn er von unangenehmen Folgen deutscher Politik, an der er nicht mitgewirkt hat, betroffen wird, so steht es nach Cohn dem Zionisten frei, „sich diesen Folgen zu entziehen, indem er Deutschland verläßt". Mit einer fabelhaften Selbstverständlichkeit dekretiert Cohn, daß der Zionist fremd ist und fremd bleiben muß, stets auf dem Sprunge, das Land zu verlassen, in dem er widerwillig lebt. Ungefähr dasselbe — ein Beweis dafür, daß Cohn keine Einzelerscheinung ist — hat vor kurzer Zeit in dem antisemitischen „Bayerischen Kurier" die Nationaljüdin Rahel Rabbinowitz zum Gaudium und unter dem Beifall aller judenseindlichen Elemente ausgeführt. So einfach wäre die Lösung, wenn nur Zionisten in Deutschland vorhanden wären; nun gibt es aber auch Nichtz i o n i st e n , die trotz aller mit großem Geräusch verkündeten Agitationserfolge der nattvnaljüdischen Bewegung noch immer etwa 90—95 Prozent der jüdischen Bevölkerung ausmachen dürften. Und um dieser Sünder willen will auch Cohn sich zu einer Teilnahme an der Politik und den Wahlen verstehen. Aber nur um die Interessen des Judentums zu wahren. Er verkündet ein „Prinzip des jüdischen Interesses" — das Bubersche Primat des Judentums — und verfteigt sich zu der Behauptung, daß dies überhaupt den Maß st ab für die Teilnahme des deutschen Juden am deutschen öffentlichen Leben zu

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