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Im deutschen Reich · 1919-01-01 · Heft 1 (Januar 1919) · p. 29

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 1 (Januar 1919)
Article
Einiges über die Spaniolen in Serbien, Mazedonien, Bulgarien
Date
1919-01-01
Page
29 (sequence 8)
Language
German
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Einiges über die Spaniolen in Serbien, Mazedonien, Bulgarien 29 vorträgt, kommen bk Frauen durchweg ohne Gebetbuch. Ueber- Haupt scheint das Gotteshaus hauptsächlich für Männer berechnet zu fern’ beim der für Frauen vorgesehene Platz hinter einem kleinen Hvlzgitter ist ein sehr bescheidener und beschränkter. Grünwaldt (Sitten und Bräuche der Juden im Orient) führt dies auf den Einfluß des Islam Zurück, der die Frauen in den Harem verweist. (In Sofia und Belgrad verläuft o'er Gottesdienst ebenso feierlich wie bei uns.) Die Heilighaltung des Sabbats und der Festlage ist in den verschiedenen Städten verschieden, wie bei uns daheim. Fast überall aber sieht man an solchen Tagen die Männer mit einer Perlenschnur spielend durch die Straßen gehen. Vielleicht geht Man nicht fehl, wenn man dieses Spielen mit der Perlenkette auf den mohammedanischen Rosenkranz zurückführt, den sogenannten Tesbih, den der Muslim gleich dem orientalischen Christen stets meist gedankenlos in der Haüd trägt. Er spielt damit, indem er Kugel für Kugel aus der -einen in die andere Hand gleiten läßt und vertreibt sich aus diese Weise die Langeweile. Jüdische Genrein-den bestehen in -Serbien meines Wissens nur in Belgrad. Sch ab atz, Semendria, Risch .,Pirot, Leskovac; in M a z e d o n i e n (Reu-Serbien) Uestüö, Slip, Strumitza, Monastir, Drama, Kavalla. Genaue Zahlen für die Größe dieser Gemeinden anzugeben, ist unmöglich, da die bessergestellten Kreise bei Beginn des Krieges nach Monastir, Saloniki oder in die Schweiz geflüchtet sind. Mehr oder weniger große Gemeinden in Bulgarien bestehen in Sofia, Philippopel, Rustschuk, Mstendil, -Widdin und so Leiter. Interessant ist — Rosanes hatte die Freundlichkeit, mich darauf hinzuweisen —, Latz die große spaniolische Gemeinde in Sofia ihren Ursprung deutschen Juden verdankt, die ungefähr zur Zeit Capistranos ihr Heimatland, vor allem Bayern (Nürnberg!) verlaßen haben und über die Donau nach Sofia gekommen sind. Als später dann die spanischen Juden kamen, ging die Sp-aniolisierung, von der oben ja schon die Rede 'war, vor sich. Die ehemalig deutschen Juden wurden von den Spaniolen gänzlich ausgesogen: nur gewisse Namen, die heute viele Spaniolen tragen, erinnern an den deutschen Ursprung, 'so z. B. Tagg er — DaLscher (Deutscher), Eschkinasi, Garmisano (Worms), Allaman und so weiter. Auch die Aussprache des Spaniolischen /soll heute noch -— nach Rosanes —im Munde dieser Nachkommen der -ehemalig deutschen, jetzt spaniolischen Juden einen fremden Akzent erkennen lassen. Neben den großen spaniolischen Gemeinden in Sofia und Belgrad gibt «es in beiden Städten je eine kleinere, die der Aschken a!s im. Beide Gemeinden haben nichts miteinander zu Lun, die Verwaltung ist 'völlig getrennt. Auch gesellschaftlich sind die Beziehungen zwischen beiden Gemeinden nicht' eben groß; man trifft sich aber in den verschiedenen jüdischen Vereinen. So existieren L o g e n in Belgrad, Sofia, PhilippOp-el, die aber während des Krieges ihre Tätigkeit fast ganz eingestellt haben. Ferner gibt es in Sofia zwei Jugendvereine, einen spaniolischen mit, zionistischer Tendenz und einen kleinendeutschen^ der aber wenig Bedeutung hat. Auch in Belgrad iwar eine Art von Jugendverein „Gideon"

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