Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1919)
- Article
- Einiges über die Spaniolen in Serbien, Mazedonien, Bulgarien
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 30 (sequence 9)
- Language
- German
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so Im deutschen Reich vorhanden, tzer die jungen Zionisten um sein Panier scharte. Wer alle diese Vereine ruhten seit Beginn -des Krieges vollständig. Selbstverständlich gibt es in allen Gemeinden eine Chewra, einen Verein pr Unterstützung der Armen und so fort. Hinweisen möchte ich zum Schluß noch aus das große jüdische Waisenhaus in Sofia, das vor einigen Jahren dank 'ber Opserwilligk-eit der Spaniolen und Aschkenasim unter dem Protektorat Äer verstorbenen Königin Eleonore gegründet und für ganz Bulgarien bestimmt ist. Der Schreiber dieser Zeilen wird nie den Eindruck vergessen, als er an einem schönen Frühlingstage in Begleitung der derzeitigen VorsitzerKen des Ausschusses, der Gemahlin des allen jüdischen Kameraden in Sofia durch seine Gastfreundsch-ast bekannten Präsidenten der deutsch-israelitischen Gemeinde in^ Sofia, Herrn Färber, das Heim betrat und von den peinlich sauber gekleideten, ungefähr 60 fast durchrveg spaniolischen Kindern mit dem deutschen Lied: „Ich halt' einen Kameraden" begrüßt wurde. Mau pflegt den Spaniolen Stolz und Hochmut gegenüber den Aschienasim vorzuwerfen. Ich kann mich diesem Urteil nicht anschließen, obgleich ich offen gestehen muß. daß ich bis heute das Gefühl der Fremdheit den Spaniolen gegenüber — von einigen wenigen fpaniolischen Familien in Belgrad, Uesküb, Sofia, Rustschuk abgesehen — nicht losgeworden bin. Man darf aber eben nicht vergessen, daß die Spaniolen sich für eine einzige große Familie halten, die auch jetzt noch geeint ist durch gemeinsame Vergangenheit und Sprache. Nunmshr aber, da sie deutsche Glaubens'brüder genau zu kennen Gelegenheit hatten, wird man hoffen dürfen, daß in nicht allzuferner Zeit auch die letzte Spur von Mißtrauen, die hier und da uns deutschen Juden gegenüber unzweifelhaft zu bemerken ist, verschwinden wird, daß Äschkenasim und Spaniolen sich in Eintracht zusammenfinden werden in gemeinsamer Arbeit für das Judentum. VsR d§r ZudSNverfslgNKg irr WarfchtM. Die „Tägliche Rundschau" brachte vor kurzem eine Kritik der „schmachvollen Vorgänge in Warschau". Da ich die Revolution und ihre Wirkungen in Warschau von Anfang bis zu Ende miterlebte, erlaube ich' mir, hierzu folgendes zu bemerken: Nach der „T. R." soll der Warschauer Soldatenrat die Hauptschuld an all dem Unheil tragen. Zuzngeben ist, daß die namentlich im Anfang mit der Revolution verbundene Desorganisation und die dadurch hervorgerufene Kopflosigkeit vielfach dazu öeigetragen haben, daß die Polen den günstigen Moment für sich ausnutzen konnten. Auch bin ich weit davon entfernt, alle einzelnen Maßnahmen des Warschauer Soldatenrats gutzuheitzen. Aber es ist anzuerkennen, daß unter den obwaltenden Umstanden, insbesondere, da Blutvergießen vermieden werden mußte, der Soldatenrat immerhin erträgliche Bedingungen für den Abtransport erzielt hat. Es muß leider auch betont werden, daß die deutsche Zentralregierung sich schwer an der deutschen Besatzung in Polen dadurch versündigt hat, daß sie im entscheidenden Moment der allgemeinen Desorganisation den tüchtigen polnischen Feldherrn und zuletzt auch politischen Führer Josef