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Im deutschen Reich · 1919-01-01 · Heft 1 (Januar 1919) · p. 25

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 1 (Januar 1919)
Article
Einiges über die Spaniolen in Serbien, Mazedonien, Bulgarien
Date
1919-01-01
Page
25 (sequence 4)
Language
German
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Einiges über bie Spaniolen in Serbien, Mazedonien, Bulgarien 25 der Türkei" (Hustatyn 1907 Jf.). Im dem 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden auch eine ganze Reihe spaniolischer Zeitungen gedruckt, besonders in Saloniki, Belgrad, Wien. Während des Weltkrieges ist das Erscheinen dieser Zeitungen in Serbien, Mazedonien, Bulgarien eingestellt. S p a n i o l i s ch ist heute noch die Muttersprache der gesamten älteren Generation in den genannten drei Landstrichen, doch zeigt die neueste Statistik in- Serbien (1904) einen großen Rückgang des Spaniolischen; noch im Jahre 1895 sprachen 80 Prozen: .spaniolisch, und seitdem hat das Serbische immer größere Fortschritte gemacht. Das heißt mit anderen Worten: Während die Muttersprache früher Spaniolisch war — Serbisch kam erst in zweiter Linie —, lernt die jetzt Heranwachsende junge Generation in Serbien als Muttmsprache Serbisch. Durch den Umstand aber, daß Großeltern, Eltern und Verwandte untereinander durchweg spaniolisch sprechen, hört das Kind täglich diese Laute und eignet sich in kurzer Zeit, noch in früher Jugend, nebenbei die spaniolische Sprache -an. Aehnlich ist es mit der jüdischen Jugend Bulgariens, die jetzt zuerst die Sprache des Landes lernt, später erst Spaniolisch. Eine Ausnahme macht nur Mazedonien. Hier in Uesküb, Slip, ist noch immer die Muttersprache Spaniolisch. und Wer und Jugend unterhält sich daheim fast durchweg nur in dieser „jüdischen Sprache". Wadler glaubt (in einem Aufsatz über die Juden in Serbien, Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, zweiter Jahrgang, Heft 11) den Umschwung in Serbien gerade in das Jahr 1895 setzen zu müssen. Bis vor 1895, meint W., „können wir das unbedingte Vorherrschen des Spaniolischen unter den Juden in Serbien feftstellen". In der nach 1895 folgenden Periode trat ein mächtiger Umschwung ein, den er sich übrigens nicht genau erklären kann. Vielleicht wurde eine „Slawisierung" der serbischen Juden etwa uns wirtschaftlichen und national-politischen Umstanden bewirkt. Jedenfalls steh: fest, daß das Spaniolische fast überall im Schwinden begriffen ist. Man spricht eben die Sprache des Landes, in dem man geboren ist. Wie die Sprache, so haben die Spaniolen auch manches Aeußere aus alten Zeilen lange Zeit bewahrt, z. B. ihre Kleidung. So sieht man in Nisch oder Uesküb heute noch Jüdinnen, die zum europäischen Kostüm noch immer den Tokado tragen, eine oben offene, handbreit hohe Mütze, die eigentlich ein Band bildet und am unteren Rande mit kleinen Münzen verziert ist. An spanische Sitte erinnert wohl auch nach ein Spiel der Kinder, das el castillo genannt wird (Spiel mit Nüssen). Auch die Namen mancher weisen deutlich auf 'Spanien hin. Die meisten Spaniolen tragen rein jüdische Namen; auch den Kindern gibt man zum größten Teil' echt jüdische Vornamen, die aber^ zuwckilen schon „spaniolisiert" sind, wie z. B. Garina — Sarah, eochelly Rahel. Andere, deutlich auf spanischen Ursprung hinweisende weibliche Vornamen sind: Oro (Gold), Fortune, Plata. Eine in Serbien und Bulgarien weit verbreitete höchst angesehene Familie trägt den Namen Alcalay, nach der spanischen Stadt Catalayad. Andere häufig vorkommende Familiennamen sind Albala, Alvare, Castro, Farrhi, Leon, Moreno,

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